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„Wir brauchen einen klugen Sprachunterricht“

Diskussion mit Ministerin „Wir brauchen einen klugen Sprachunterricht“

Weniger Bürokratie, flexiblere und passgenaue Angebote sind der Schlüssel für eine gute Bildung und damit für bessere Perspektiven für Flüchtlinge. Das ist das zentrale Ergebnis einer Diskussion mit mehr als 80 Pädagogen, Schülern und anderen ehrenamtlich Tätigen aus Göttingen mit Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Klajić.

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Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Klajić.

Quelle: R

Göttingen. „Wie schaffen wir mit Bildung Perspektiven für Geflüchtete“, lautete die zentrale Frage der Diskussionsrunde am Mittwoch im Jungen Theater – organisiert von den Fraktionen der Grünen im Göttinger Kreistag und Stadtrat. Eine Frage, die sich in erster Linie an Schüler und Jugendliche richtete – gekommen waren aber nur etwa zehn. Die aber haben ganz unterschiedliche Erfahrungen an ihrer Schule gemacht und ganz unterschiedliche Forderungen, wie es besser laufen könnte.

„Die Flüchtlinge sind bei uns in einer Sprachlernklasse isoliert, da gibt es nur wenig Kontakte“, bedauerte eine Oberstufen-Gymnasiastin. Sie und andere wünschten sich mehr Projekte und Möglichkeiten, gemeinsam etwas mit den neuen Schülern unternehmen zu können – angestoßen von den Lehrern. Das würde auch mit Vorurteilen und Ressentiments aufräumen, sagte eine andere Jugendliche. Andere Erfahrungen gibt es aber offenbar in jüngeren Klassen, berichteten Schüler und Eltern. Dort gebe es vielfach Patenschaften mit Flüchtlingskindern.

An der IGS-Geismar würden die Sprachlern-Kinder von Beginn an in normalen Klassen mit unterrichtet und nur für gezielte Sprachlerneinheiten herausgeholt, so Schulleiter Wolfgang Vogelsaenger. Unter Jugendlichen gebe es eine große Hilfsbereitschaft, betonte die Sprecherin der Grünen Jugend Niedersachsen, Imke Byl, sie müssten es oft nur deutlicher zeigen und Unterstützung dabei einfordern.

Dass gute Sprachkenntnisse zentraler Schlüssel für eine gelingende Integration ist, war allen Gästen von Beginn an klar. Dafür müsse es aber „einen ganz klugen Sprachunterricht geben“, sagte Heinen-Klajić: mit Angeboten für alle Altersstufen von Beginn an, die durchgehend aufeinander aufbauen und Flüchtlinge dort abholen, wo sie stehen.

Vor diesem Hintergrund habe das Land viel Geld bereitgestellt, um zum Beispiel Sprachkurse an Hochschulen und in der Erwachsenenbildung anzubieten. Beim Zugang den zu Kursen, beim Wechsel zwischen verschiedenen Angebote oder in eine Berufsausbildung gebe es aber immer noch zu viele bürokratische Hürden, kritisierten mehrere Gäste sowie die Grünen-Abgeordneten Rolf Becker (Rat der Stadt) und Dietmar Linne (Kreistag) auf dem Podium.

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