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"Wir haben alles im Griff"

Göttingens Polizeipräsident Uwe Lührig legt erste Zahlen zur Flüchtlingskriminalität vor "Wir haben alles im Griff"

Seit November erfasst die Polizeidirektion Göttingen in ihrem Zuständigkeitsbereich Straftaten von Flüchtlingen. Erstes Fazit von Polizeipräsident Uwe Lührig nach drei Monaten: "Der überwiegende Teil der Flüchtlinge ist friedlich."

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Lührigs Fazit nach drei Monaten Statistik: "Die Flüchtlinge sind friedlich. Deutsche Urlauber auf Mallorca benehmen sich häufig schlechter."

Quelle: dpa

Göttingen. So sind nach Lührigs Angaben im Bereich der Polizeidirektion im Zeitraum von Anfang November bis Ende Januar rund 17500 Straftaten registriert worden. 581 oder rund 3,3 Prozent seien von Flüchtlingen begangen worden, sagte Lührig. Die meisten Taten davon gab es in den Bereichen Diebstahl (40 Prozent), der so genannten Rohheitsdelikten (25 Prozent) und der Betrugsdelikte. Zu den Rohheitsdelikten gehörten laut Lührig etwa Körperverletzungen, verbale Drohungen und Nötigungen.

Bei den Diebstählen habe es sich um Taten im "unterwertigen Bereich" gehandelt. Bei den Betrugsfällen handele es sich oft um Schwarzfahrten. Dafür zeigte Lührig sogar Verständnis. Schließlich kenne jeder das Problem, an Fahrkartenautomaten der Bahn Tickets zu kaufen. An Sexualstraftaten habe die Polizei in dem Zeitraum nur zwei innerhalb der Direktion registriert. 

Auch im Bereich der Polizeiinspektion sei, so Lührig, "nichts Dramatisches" dabei gewesen. "Wir haben alles im Griff", sagte der Polizeipräsident. Hier habe es im vergangenen Quartal rund 4400 Straftaten gegeben. Davon gingen 188 oder 4,2 Prozent auf das Konto von Flüchtlingen. Bei der Hälfte der Fälle habe es sich um Diebstähle gehandelt, der Anteil der Rohheitsdelikte liegt bei 30 Prozent. 

Besonders wichtig, so Lührig, seien vorbeugende Maßnahmen. Die Polizei setze auf Dialog und Kommunikation. So gebe es bei der Polizei einen Berater für Flüchtlingsfragen. Der sei Türke und Muslim und habe daher einen guten Zugang zu vielen Geflüchteten. Gleichzeitig setzt die Polizei auf die Zusammenarbeit mit den islamischen Ditib-Gemeinden. Für Betreiber von Erstaufnahmeeinrichtungen gebe es Informationsveranstaltungen, etwa zu den Themen Islamismus und Salafismus, sagte Lührig. Die Zusammenarbeit mit den Kommunen nannte Lührig "exzellent und vertrauensvoll". Und weiter: "In unserer Polizeidirektion und somit auch in der Polizeiinspektion Göttingen besteht ein hohes Sicherheitsniveau."

Lührigs Fazit nach drei Monaten Statistik: "Die Flüchtlinge sind friedlich. Deutsche Urlauber auf Mallorca benehmen sich häufig schlechter." 50 Prozent der Straftaten von Flüchtlingen würden untereinander innerhalb der Unterkünfte begangen. Bei 80 Prozent der Diebstähle handele es sich um "einfache, insbesondere, Ladendiebstähle", so Lührig. Nach seiner Einschätzung wirkten sich Straftaten durch Flüchtlinge "nach den bisherigen Erkenntnissen nur geringfügig auf das Kriminalitätsgeschehen insgesamt aus". 

Lührig hatte die Zahlen am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz von Stadt, Landkreis und Polizei vorgestellt. Zur Polizeidirektion gehören die Polizeiinspektionen Göttingen, Hameln-Pyrmont/Holzminden, Hildesheim, Nienburg und Northeim/Osterode. 

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