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„Wir schenken den Patienten ein bisschen unserer Zeit“

Grüne Damen „Wir schenken den Patienten ein bisschen unserer Zeit“

Sie sprechen mit Patienten über deren Ängste und Sorgen, lesen ihnen vor und begleiten sie zu Untersuchungen. Seit fast 40 Jahren arbeiten die „Grünen Damen“ ehrenamtlich im Universitätsklinikum Göttingen. Um mehr Patienten unterstützen zu können, suchen sie dringend nach neuen Helfern.

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Monika Knackstedt, Einsatzleiterin der Ökumenischen Krankenhaushilfe am Universitätsklinikum Göttingen im Gespräch mit Nadine Zimmer (links).

Quelle: Wenzel

Göttingen. Ihr Markenzeichen ist der hellgrüne Kittel, den die „Grünen Damen“ im Klinikum tragen. Mittlerweile gehören 45 ehrenamtliche Helfer zum Team, darunter auch zwei Männer.

„Wir schenken den Patienten ein bisschen unserer Zeit“, fasst Monika Knack-stedt, Einsatzleiterin der Ökumenischen Krankenhaushilfe der Universitätsmedizin, ihre Arbeit zusammen. Der Bedarf sei sehr groß. „Wir haben hier mehr als 1000 Betten. Deswegen brauchen wir dringend mehr ‚Grüne Damen‘ und ‚Herren‘“, führt Knackstedt aus. Auch die Betreuung der Kinder von ambulanten Patienten und Besuchern gehört zu den Aufgaben des Teams. „Wir brauchen neue Helfer, damit wir unsere Kinderstube nachmittags öffnen können. Nachmittags ist der Bedarf an Kinderbetreuung sehr groß“, erläutert sie.

„Grüne Damen“ als Lotsen im Krankenhaus

Die Tätigkeiten sind unterschiedlich. Unter anderem gibt es den Stationsdienst. „Wir besuchen Schwer- und auch Leichtkranke auf der Station, sprechen mit ihnen über alles, was sie beschäftigt, machen kleine Besorgungen für sie und gehen auch mit ihnen spazieren - eben Dinge, die Freunde machen würden“, erklärt die 69-jährige Rentnerin. „Grüne Damen“ im Lotsendienst begleiten Patienten auf Stationen und zu Untersuchungen. „Die Menschen sind immer froh, wenn jemand sie bei der Hand nimmt“, sagt die Dramfelderin. Zusätzlich versorgen zwei „Damen“ Menschen in den Wartezonen mit Getränken. Noch dazu haben sie eine Kleiderkammer für Obdachlose und Flüchtlinge eingerichtet. Vor allem Patienten von außerhalb und ohne Angehörige nehmen Knackstedt zufolge die Hilfe sehr dankbar an.

Seit 1986 ist die ehemalige Kulturreferentin des Stiftes am Klausberg bei den „Grünen Damen“. Sie erinnert sich noch gut daran, warum sie sich den „Damen“ angeschlossen hat: Sie sei damals selbst Patientin in einem Krankenhaus gewesen. Dort habe sie mitbekommen, wie einer Frau mitgeteilt wurde, dass sie nicht mehr lang zu leben hat. „Das wurde ihr einfach so gesagt. Es gab niemanden, der sie aufgefangen hat“, so Knackstedt. Diese Situation habe ihr gezeigt, dass Patienten auch Menschen brauchen, die sich über das Medizinische hinaus um sie kümmern.

Seit 30 Jahren ist die 69-Jährige Leiterin der „Grünen Damen“. Zweimal hat sie für ihr Engagement das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen. „Es ist eine tolle Arbeit, die Spaß macht. Ich bekomme so viel von den Patienten zurück“, sagt die Dramfelderin. Sie weiß, was neue Helfer mitbringen müssen: „Ganz wichtig ist Offenheit, Einfühlungsvermögen und Zuverlässigkeit. Sie müssen Zeit mitbringen, gesund sein und dürfen keine Berührungsängste haben. Für sie gilt die Schweigepflicht.“ Grundsätzlich sei jeder willkommen, einmal in der Woche drei Stunden lang oder auch länger ehrenamtlich im Uni-Klinikum in seinem Wunschbereich zu arbeiten.

Von Alisa Altrock

Wer eine „Grüne Dame“ oder ein „Grüner Herr“ werden möchte, kann sich für weitere Informationen bei Einsatzleiterin Knackstedt unter Telefon 0 55 09 / 15 74 oder per E-Mail an monikaknackstedt@t-online.de melden.

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