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"Wir sind nur teilweise zivilisiert"

Ist der Mensch dem Menschen ein Wolf? "Wir sind nur teilweise zivilisiert"

Ist der Mensch dem Menschen ein Wolf? Oder doch ein gutmütiges, soziales Wesen? Diese und andere Fragen haben Schüler aus Philosophiekursen des Max-Planck-Gymnasiums am Mittwoch mit dem Philosophen und Bestsellerautor Robert Zimmer diskutiert.

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Quelle: hw

Göttingen. Schon bei seinem Einführungsvortrag in der Aula der Schule gab der beliebte Philosoph („Das Philosophenportal“ und Andere) den um Ausgleich bemühten Aufklärer: Der Mensch ist für ihn ein Vernunftwesen. Zugleich sei Vernunft aber nur ein Werkzeug der Evolution, mit dem der Mensch seine Triebe im Zaum halten könne — denn er könne unter Umständen „zum Tier werden“, wie allerlei Dramen der Geschichte gezeigt hätten.

So einfach ließen die Schüler den Autor nicht wegkommen: Ob nicht das, was als vernünftig empfunden wird, letztlich von Gefühlen beeinflusst wird, wollte Helena Wolter wissen und brachte den Bestsellerautor ins Straucheln. Zimmer „glaubt das nicht“, blieb aber eine echte Begründung schuldig.

Das Zimmer außerdem behauptete, durch die Vernunft hätten sich global gültige gesellschaftliche „Basisnormen“ wie „du sollst nicht töten“ durchgesetzt, machte auch Maren Petrich skeptisch: Schließlich gebe es unterschiedliche Moralkonventionen in unterschiedlichen Ländern. Und die Frage von Cord Lampe, ob das Böse im Menschen angelegt sei, beantworte Zimmer knapp mit „wir sind nur teilweise zivilisiert“.

Insgesamt blieb Zimmer den Schülern klare Antworten schuldig. Vieles war für ihn „Abwägungssache“, „müsse differenziert betrachtet werden“ oder sei ein „zweischneidiges Schwert“. Aber das sei in der Philosophie so, erklärte Philosophielehrer Jürgen Stenzel — schließlich könne man dort „denken was man will“.

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