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Wirbel um Windrad-Pläne

Güntersen Wirbel um Windrad-Pläne

So viel Interesse erfahren die Sitzungen des Ortsrates selten. 40 Zuhörer wollten sehen, wie es mit einem Thema weitergeht, das die Günterser seit einiger Zeit gehörig durcheinander wirbelt: eine erhebliche Ausweitung der Fläche für Windkraftanlagen in der Nähe des Ortes.

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Thema Windkraft: In Güntersen wird kontrovers diskutiert.

Quelle: Hinzmann

Lothar Querfurth von der Gemeindeverwaltung versuchte gleich zu Anfang, einer stürmischen Debatte den Wind aus den Segeln zu nehmen. Bisher stehe die für die Ausweitung der Fläche erforderliche Planänderung erst ganz am Anfang eines langwierigen Verfahrens mit Bürgerbeteiligung. Zum derzeitigen Zeitpunkt handele es sich vor allem noch um Gedankenspiele eines Projektentwicklungsteams, dem ein Teil der benötigten Flächen gehört.

Dieses Team, das an einen Endinvestor weiterverkaufen will, hat eine Erweiterung der jetzt ausgewiesenen Fläche für Windräder auf das Sechsfache beantragt – von jetzt 100 000 auf 600 000 Quadratmeter. Gebaut werden sollen 180 Meter hohe Anlagen – in welcher Zahl ist im Antrag nicht angegeben. Henning Timmermann vom Projektteam sprach in der Debatte von drei großen oder vielleicht auch fünf kleineren Anlagen.

Die Diskussion, die der Ortsrat auch für die Besucher geöffnet hatte, verlief emotional. Ein Zuhörer bezeichnete die 20 000 Euro pro Jahr, die Erbsen, wo andere Windrad-Pläne im Aufwind sind, erhalten soll, als Schmiergeld. Ein anderer sagte, er sei schon für Energie aus Windkraft, aber statt so nah am Dorf sollten lieber Anlagen in der Nordsee oder in Afrika entstehen. Auch andere Standorte, etwa am Backenberg, wurden ins Gespräch gebracht. Immer wieder wurde nach möglichen Problemen wie Geräuschbelästigung, Mindestabstände, Schattenwurf, Veränderung des Landschaftsbildes gefragt. Anworten: keine oder keine eindeutigen.

Andere Zuhörer führten eine Umfrage ins Feld, an der sich die Hälfte der erwachsenen Einwohner beteiligt habe. Ergebnis: Rund zwei Drittel seien gegen neue Windräder. Wieder andere fragten danach, was für den Ort herausspringen könnte. Auch auf die Frage, wann und ob jemals Gewerbesteuern zu erwarten seien, gab es keine klare Antwort.

Angesichts der vielen offenen Fragen vertagte der Ortsrat eine Entscheidung. Norbert Hasselmann (Grüne) sprach sich für einen moderierten Prozess aus, an dessen Ende ein noch vertretbarer Kompromiss und möglicherweise auch ein Bürgerwindrad stehen könne. Ortsbürgermeister Helmut Schwer (CDU) gab als seine persönliche Meinung eine mögliche Marschrichtung vor: maximal vier höchstens 100 Meter hohe Windräder und eine Verkleinerung der Fläche.

Von Jörn Barke

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