Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Brandgefährliche Romantik

Start von Himmelslaternen verboten Brandgefährliche Romantik

Bei einem Schwarm heller Punkte, der am vergangenen Wochenende am Göttinger Nachthimmel zu sehen war, hat es sich wahrscheinlich um Himmelslaternen gehandelt. Doch ganz so harmlos, wie es scheint, sind die fliegenden Papierlaternen nicht, warnt die Stadtverwaltung Göttingen. Daher sind sie verboten.

Voriger Artikel
Neuer Weg zur Leine fast fertig
Nächster Artikel
„Mit dem Wohnmobil ist alles viel entspannter“

Schön anzusehen, aber brandgefährlich: Himmelslaternen.

Quelle: dpa

Göttingen. „Diese Lichter sind offenes Feuer, das nach dem Start praktisch steuerungslos ist und Wind und Wetter ohne jeden menschlichen Einfluss überlassen bleibt“, erklärt Detlef Johannson, Sprecher der Göttinger Stadtverwaltung. Das Verbot sei aufgrund von Vorstößen der Feuerwehren 2009 ausgesprochen worden.

Bei Missachtung des Verbots werde das Ordnungswidrigkeitenrecht angewandt, sagt Johannson. Es folge ein auf den Einzelfall abgestimmtes „angemessenes Bußgeld“. Die Zahl der Fälle habe deutlich abgenommen: „Nach unserer Schätzung wird pro Jahr immer noch ein dutzendmal gegen das Verbot verstoßen“, sagt Johannson. Wer für den Start der fliegenden Lichter verantwortlich sei, könne nicht immer ermittelt werden.

Die Papierlampions stammen ursprünglich aus China. Das Militär nutzte sie bereits vor 2 000 Jahren, um über weite Entfernungen zu kommunizieren. Die Miniatur-Heißluftballons werden an der Öffnung mit einem Teelicht oder mit Wachs überzogenem Stoff bestückt. Nach dem Anzünden lässt die erhitzte Luft die Laterne aufsteigen.

In Deutschland sind die Laternen vor allem zu besonderen Festen beliebt. „Anfragen erreichen uns meistens aus Anlass von Hochzeiten und Geburtstagen, erledigen sich aber in der Regel schnell, wenn wir das Verbot begründen“, sagt Johannson.

Die Göttinger Berufsfeuerwehr berichtet von zum Teil verheerenden Bränden in Deutschland, die durch Himmelslaternen ausgelöst worden sind. In Siegen sei ein zehnjähriger Junge bei einem Wohnungsbrand umgekommen, in Dieburg und Bocholt ganze Häuser abgebrannt. Die Brände hätten hohen Sachschaden angerichtet, erklärt der Verwaltungssprecher. „In Göttingen sind wir mit Ausnahme von kleineren Garagen- und Holzschuppenbränden bislang glimpflich davongekommen.“

Niemand wolle den Menschen die Freude an Licht- und Leuchteffekten nehmen. Aber die Belange der öffentlichen Sicherheit gingen eindeutig vor. Das Risiko sei einfach zu groß: „Die Wahrscheinlichkeit, dass auch in Göttingen durch Himmelslaternen ein größerer Brand ausbrechen kann, ist einfach zu hoch“, sagt Johannson. wes

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Schauspieler-Casting im Göttinger „Kauf Park“