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Wirt Jimmy Uysal setzt auf Bundesliga-Konferenz im Radio

Nach Preiserhöhungen bei TV-Sender Sky Wirt Jimmy Uysal setzt auf Bundesliga-Konferenz im Radio

„Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen, Rahn schießt, Toooor!“ – Nicht zuletzt wegen Herbert Zimmermanns legendärer Radio-Reportage beim Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 ist auch heute noch die Radioübertragung der Bundesliga unter Fußball-Nostalgikern beliebt.

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Fachsimpeln an der Theke: BVB-Fan Achim „Ratsche“ Raczkowski und Bayern-Anhänger Gert Theune (r.).

Quelle: Heller

Göttingen. Die Kneipe Paradies im Papendiek hat jetzt sogar die Fernsehübertragung komplett eingestellt und lässt nur noch das Radio laufen – allerdings nicht ganz freiwillig. Hintergrund ist eine saftige Preiserhöhung des Pay-TV-Senders Sky, wie Gastwirt Jimmy Uysal erklärt.

„Innerhalb von zwei Jahren wurde der Preis von 189 Euro auf über 500 Euro erhöht.“ Ein Preis, den Uysal in seiner kleinen 24-Quadratmeter-Kneipe nicht erwirtschaften kann. Zu Beginn der Saison kam dann die Kündigung bei Sky, seitdem läuft samstags ab 15.30 Uhr das Radio.

Anfangs war das ganz schön ungewohnt, erinnert sich Uysal. „Da kamen ein paar Studenten in die Kneipe und wollten Bayern sehen“, erzählt er. Als er erklärte, dass der Fernseher aus bleibt, glaubten sie ihm nicht. „Die dachten, ich veräppele die. Dann sind sie gegangen, das war richtig traurig.“ Mittlerweile sind die Stammgäste an die Radio-Konferenz gewöhnt. „Aber die Spannung, das gemeinsame Jubeln, das fehlt“, findet der Wirt.

„Es ist schon ein bisschen traurig, die Atmosphäre ist eine ganz andere“, findet Gerd Theune. Der Gast ist an diesem Samstag einer der wenigen, der im Paradies geblieben ist. „Viele Stammgäste gehen zum Fußballschauen in eine andere Kneipe, die noch Sky hat, und kommen nach Abpfiff dann wieder zurück“, erklärt Uysal. „Früher gab es bei den Spielen immer Gesprächsstoff, da gabs immer etwas zu diskutieren“, sagt Theune. Heute sei das nicht mehr der Fall.

Im Radio wird gerade ein Tor im Bremer Weserstadion kommentiert. Hannover 96 führt 1:0. Die Gespräche verstummen kurz, der Wirt macht das Radio lauter. Als das Tor fällt, wandern einige Augen automatisch zum ausgeschalteten Fernseher. „Es ist einfach nicht das Gleiche, mir tut das weh“, sagt Uysal.

Von Benni Köster

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