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Die Heiligen Drei Könige des Rock 'n' Roll

Wochenendkolumne Die Heiligen Drei Könige des Rock 'n' Roll

Nebel am Morgen, dazu kaltfeuchte Luft. Sicheres Zeichen, dass die fiesen Feiertage wieder nahen: Volkstrauertag, Totensonntag, Hochzeitstag.

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Bob Dylan 1985 beim Live-Aid-Konzert

Quelle: afp

Stimmungsaufhellend wirkt da nicht viel. Eine Ausnahme bildet dabei der Gedanke an den Kolumnisten-Kollegen Lars Wätzold, der gerade wieder auf See ist, was mich immer wieder an das Pippi-Langstrumpf-Lied vom Seeräuber-Opa Fabian erinnert.

Nun hat sich unser Göttinger Tony-Marshall-Double, wie Sie in seiner Kolumne lesen können, auf den Weg in unsere früheren überseeischen Kolonien gemacht und heult in New York aktuell einer 94-jährigen Granny vor Rührung das Wohnzimmer nass. So kann man Gastfreundschaft vorzeitig verwirken, und es scheint die subtil-späte Rache des Weltkriegsverlierers zu sein. Lars, denk' dran: Eine flennende Schlagersängerperücke aus Deutschland kann auf reife Musikerinnen auch verstörend wirken.

Auf den zweiten aufmunternden Gedanken hat mich das Nobel-Komitees gebracht, das mit anbetungswürdiger Souveränität und Lässigkeit Genre-Grenzen verschwinden lässt. Anlässlich der beiden Herbst-Heimsuchungen zu Halloween und zum Martinstag werde ich die Kinder examinieren, ob sie in der Schule wirklich mal etwas Brauchbares gelernt haben und sie an meiner Tür einen Bob-Dylan-Song singen lassen.

Nur wer mir "When the ships come in" vortragen kann wie die Heiligen Drei Könige des Rock 'n' Roll Bob Dylan, Keith Richards und Ron Wood beim Live-Aid-Konzert 1985, darf in die Schale greifen. Und dann haben die Kinder die Wahl: Äpfel oder Nüsse. Keine Diskussion über glutenfreie, vegane Süßigkeiten aus repressionsfreiem, linksdrehendem Anbau. Fertig. Werden sicher unterhaltsame Tage.

 

Christoph Oppermann

c.oppermann@goettinger-tageblatt.de

Twitter: @tooppermann

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Der Wochenrückblick vom 3. bis 9. Dezember 2016