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„Wohnen für Hilfe“ in Göttingen: Studenten und Senioren profitieren

„Wohnen für Hilfe“ in Göttingen: Studenten und Senioren profitieren

Luise Quoß studiert seit Mitte Oktober Geografie in Göttingen. Ein großes Zimmer hat die 19-Jährige in Angerstein gefunden – vermittelt durch die Freie Altenarbeit Göttingen im Zuge des Projekts „Wohnen für Hilfe“. Quoß unterstützt ihre Vermieterin bei Haus- und Gartenarbeiten, dafür zahlt sie weniger Miete.

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Luise Quoß wohnt bei und hilft Silvia Kurre (l.).

Quelle: Hinzmann

Göttingen/Angerstein. „Ich habe mein Leben lang nicht gern allein gelebt“, sagt Silvia Kurre. Als die 58-Jährige von dem Projekt der Freien Altenarbeit und des Studentenwerks erfuhr, meldete sie sich sofort. Ein Zimmer hatte sie frei, und auch Hilfe im Haus konnte sie gut gebrauchen. „Ich habe einen großen Garten, das ist manchmal zu viel für einen allein“, erzählt die Angersteinerin, warum sie sich dafür entschied, Studentin Lusise aufzunehmen.

Seit einem Vierteljahr lebt Quoß nun bei Kurre. Zur Uni radelt sie täglich. In ihrer Freizeit hilft sie „mal bei größeren Putzaktionen, beim Keller aufräumen oder Anstreichen“. Auch Spaziergänge mit Hund Bolle unternimmt sie, wenn dessen Besitzerin unterwegs ist. Oder versorgt den Hund nebst zwei Katzen, wenn Kurre für ein Wochenende verreist. Die Dauer der Einsätze vermerkt die junge Frau auf einer Strichliste. Für Quoß bedeutet eine Stunde Arbeit zehn Euro Mieterleichterung. „Das ist eine sehr schöne Idee und das sinnvollste, was Hausbesitzer machen können, wenn die Kinder ausgezogen sind und Zimmer leer stehen“, findet die Studentin, die aus der Umgebung von Dresden nach Südniedersachsen gezogen ist.

„Ich finde es toll, wenn ältere mit jüngeren Menschen zusammenkommen“, sagt auch Kurre. Ungeachtet der Arbeitseinsätze ihrer Mieterin profitiert sie auch von deren Kenntnissen. Über das Internet beispielsweise, „ich bin ja damit aufgewachsen“, meint Quoß. Umgekehrt freut sich die Studentin über die Hausgemeinschaft mit einem Hund, „ich hatte nie ein Haustier, und einen großen Garten habe ich mir immer gewünscht“. Die beiden Frauen führen fast so etwas wie eine Wohngemeinschaft: Sie kochen sich gegenseitig etwas, sehen sonntags gemeinsam den Tatort oder sprechen über aktuelle Themen.

Dass ihr schönes Zimmer bei Silvia Kurre in Angerstein statt in Göttingen liegt, freut Luise Quoß. Denn die Radfahrten zur Uni machen ihr großen Spaß. „Ich finde es gerade sehr angenehm, etwas Ruhe zu haben und ländlich zu wohnen.“ Vielleicht, sagt sie, werde sie dann im zweiten Studienjahr nach Göttingen ziehen und in einer WG leben.

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