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Wolfgang König aus Bishausen liebt das Alte – und bewahrt es in kleinen Museen

Königlich musikalisch Wolfgang König aus Bishausen liebt das Alte – und bewahrt es in kleinen Museen

Unter uns leben viele interessante Menschen. Wolfgang König ist einer von ihnen. Der 74-Jährige ist ein leidenschaftlicher Sammler von Dingen, die ihn an alte Zeiten erinnern.

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Mit Grubenwichteln in seinem Garten: Wolfgang König aus Bishausen hat viele Dinge aus seiner Vergangenheit bewahrt.

Quelle: Heller

Bishausen. Dass Wolfgang König ein Mensch ist, der das Alte liebt, muss er eigentlich nicht erklären. Überall in seinem Haus, dem Hof seiner Eltern, hat er kleine „Museen“ eingerichtet. Eines erinnert an seine Zeit im Kalibergwerk in Reyershausen. Als Bergmann hat der 74-Jährige mit 14 Jahren seine Berufslaufbahn begonnen. Drei Jahre lernte er bis zur Knappenprüfung.

Als die Schließung drohte, orientierte er sich um. Doch die Zeit unter Tage hat ihn geprägt. Heute singt König im Bergmannschor Reyershausen und wirkt dort als zweiter Vorsitzender. „Die königliche Familie war musikalisch“, sagt er. Für Musikunterricht aber hatten Königs Eltern kein Geld. Irgendwann im Grundschulalter hätten sie ihm jedoch eine Ziehharmonika geschenkt, erzählt er und zeigt sein erstes Instrument. Heute steht in seinem „Musikzimmer“ auch ein Keyboard.

Weiter geht es mit Bildern der Großeltern, einer Sammlung von Radios von damals, einem Plattenspieler, der noch funktioniert. Noch immer besitzt König seine erste Kamera mit digitaler Anzeige. Er hütet viele einst fortschrittliche Fotoapparate und Filmkameras, die heute für andere nichts mehr wert wären.

Zusammen mit seiner Schnittanlage beherbergt er fast ein kleines Museum der Bilder-Geschichte. An der Wand hängen die Portraits seiner Söhne – Zwillinge. Der eine arbeitet als Grundschullehrer, der andere ist Doktor der Iranistik, außerdem studierte er Philosophie.

„Du wirst Krankenpfleger“

Philosophie oder noch eher Psychologie würde König studieren, wenn er ein zweites Leben hätte. In seinem ersten ist er nicht zur „höheren Schule“ gegangen, wie er sagt. Als die Schließung des Kalibergwerks drohte, suchte König eine andere Stelle. Bei Zeiss fing er 1967 an. Doch nach fünf Jahren war klar, dass Oberflächenbearbeitung nicht das Richtige für ihn war. Seine Frau Brigitte riet ihm: „Du wirst Krankenpfleger.“

König zweifelte anfangs. Doch 1972 fing er an als Hilfskrankenpfleger im Klinikum. Mehr als 40 Jahre arbeitete er dann als Krankenpfleger auf der kardiologischen Intensivstation. Bis heute trifft er sich mit seinem Chef aus der Klinik. Er erzählt, wie sehr er sich immer bemühte, die Wünsche der Kranken zu erahnen, sie ihnen von den Augen abzulesen, auch wenn der Beruf belastend war. „Man muss ein Schutzschild aufbauen, sonst geht man kaputt“, sagt er.

Wie sehr ihn die Zeit im Bergwerk geprägt hat, ist in seinem Garten zu sehen. Wie Bergleute stehen sie Spalier: Gartenzwerge, die er für seinen Teich als Grubenwichtel angemalt hat. Im Philosopheneck findet er Abgeschiedenheit. Das schmucke Gartenhaus hat er selbst gebaut. Hier hat er seine Lieblingspflanzen, Kakteen, und schwärmt von ihren Blüten.

Wie sehr König das Alte liebt, verrät sogar sein kleiner „Fuhrpark“. Ein Moped wie sein erstes, das er vor 57 Jahren bekam, steht fahrtüchtig und poliert bereit.

Von Ute Lawrenz

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