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Wolfgang Sosnowski fährt Senioren durch Göttingens Innenstadt

Mit Rikscha und Musik Wolfgang Sosnowski fährt Senioren durch Göttingens Innenstadt

Jeden Donnerstag kutschiert Wolfgang Sosnowski Bewohner des Seniorenzentrums Göttingen oder der angeschlossenen Tagespflege mit einer Fahrrad-Rikscha durch die Innenstadt. Wenn Helmut Rösler sein Passagier ist, erregt das Duo einiges an Aufmerksamkeit – es macht nämlich gemeinsam Musik.

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Musikalische Spazierfahrt: Wolfgang Sosnowski singt beim Rikschafahren und Helmut Rösler spielt dazu Mundharmonika

Quelle: Rudolph

Göttingen. „Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt“, singt Sosnowski aus voller Brust: „So wie mir der Schnabel gewachsen ist – wenn mal ein Ton danebengeht, macht das nichts.“ Rösler spielt dazu Mundharmonika. Der 82-Jährige ist glücklich, strahlt übers ganze Gesicht. Das Lied liebe er schon seit der Zeit, als er mit 13 in die Lehre kam: „Text und Melodie zu lernen, war für uns angehende Bergmänner Pflicht.“

Die Senioren seien glücklich über das Angebot, berichtet Sosnowski: „So kommen sie mal raus.“ Allein könne er nicht mehr in die Stadt, bestätigt Rösler, da komme die Rikscha-Tour wie gerufen: „Durch sie komme ich unter Menschen.“ Die Passanten freuten sich manchmal so sehr über sein Mundharmonika-Spiel, dass sie stehenblieben und manchmal sogar mitsängen.

Nun ist die Weender Straße ja Fußgängerzone, ist Rikscha-Fahren dort überhaupt erlaubt? „Natürlich“, sagt Sosnowski mit einem schelmischen Lächeln, er sei schließlich Transport-Unternehmer … Dann wird der 51-Jährige sachlich: Genaugenommen müsste er einen Antrag stellen. Doch die städtischen Angestellten seien kulant, sowohl in der Fußgängerzone als auch auf dem Wochenmarkt.

Dort ist die Rikscha gern gesehen. „Sie ist eine echte Bereicherung“, findet Wina Diekhof von „Knofi & so“, und ein anderer Standbetreiber sagt, es sei den Passagieren anzusehen, dass sie Spaß hätten. Das freue die Marktbesucher, und wer gute Laune habe, kaufe auch mehr, was wiederum ihn freue: „Eine win-win-Situation – so sind alle glücklich.“

Von Hauke Rudolph

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