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„Wollen wir so einen in Göttingen?“

Debatte um Mitarbeiterbehandlung „Wollen wir so einen in Göttingen?“

In der Diskussion um die Ansiedlung zweier Möbelmärkte an der A 7 westlich von Grone ist im Bauausschuss das Geschäftsgebaren des österreichischen Möbelanbieters XXXL Lutz in den Mittelpunkt gerückt. Dieser plant einen 23 000 Quadratmeter großen Markt.

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Bildunterschrift .Fotograf

Quelle: pr.

Göttingen. Zusätzlich soll ein 6000 Quadratmeter großer Poco-Möbelmarkt angesiedelt werden.

Horst Roth (Grüne) kritisierte das „soziale Verhalten“ des österreichischen Möbelriesen und dessen Umgang mit seinen Mitarbeitern. „Wollen wir so einen in Göttingen?“, fragte Roth.

Gegenüber dem Tageblatt hatte zuvor der Göttinger Gewerkschaftssekretär Moritz Braukmüller geschildert, dass die Erfahrungen seiner Kollegen an Standorten mit den XXXL-Märkten „ausschließlich schlecht seien“. Betriebsräte würden gegängelt. Erst im Februar wurden 100 XXXL-Mitarbeiter in Mannheim von einem Tag auf den anderen vor die Tür gesetzt. „Der Investor zeichnet sich nicht dafür aus, dass er gute Arbeitsplätze schafft“, sagte Harald Wiedemann, Mitglied des grünen Stadtverbandes. Nach Angaben von XXXL-Sprecher Helmuth Götz sollen im XXXL-Markt zwischen 200 und 220 Arbeitsplätze entstehen.

Aus dem Publikum meldete sich am Donnerstag auch der ehemalige Gewerkschafter Peter Malcherek zu Wort. Er warf Verwaltung und Rats-SPD vor, ausgerechnet für einen Anbieter wie XXXL die im Einzelhandelskonzept vorgegebenen Bedingungen für die Ansiedlung von Märkten und das Angebot city-relevanter Waren zu ändern. Er appellierte an die SPD, ihre signalisierte Zustimmung für Ansiedlung und EHK-Änderung zu überdenken: „Ich will mich nicht für meine Genossen schämen müssen.“

Christian Henze (SPD) fragte: „Ist der Fall Mannheim typisch für XXXL oder ein Einzelfall? Ist das ein XXXL-Problem oder ein Branchenproblem?“ Er betonte, dass die SPD in Baden-Württemberg das Verhalten von XXXL sehr wohl scharf kritisiert hatte.

Auch CDU und Piraten hatten zuvor wie die Grünen das XXXL-Geschäftsgebaren kritisiert. So führten die Piraten etwa „unzureichende Sozialstandards“, „fehlende tarifliche Bezahlung“ oder die „Tendenz zu Monopolisierung“ bei XXXL an.

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