Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Workshop für Initiativen der Flüchtlingshilfe in Göttingen

Verdoppelung der Flüchtlingszahlen erwartet Workshop für Initiativen der Flüchtlingshilfe in Göttingen

Göttingen. „Willkommen Flüchtlinge – Vielfalt in Göttingen“: Unter diesem Titel ist am Dienstagabend ein Workshop der Stadt Göttingen ausgerichtet worden. Eingeladen waren verschiedene Initiativen und Organisationen, die sich in Göttingen mit Flüchtlingen beschäftigen.

Voriger Artikel
Bahnbrücke in Erbsen ab Mitte November wieder frei
Nächster Artikel
Landkreis Northeim will 130 Wohnungen für Flüchtlinge anmieten

„Willkommen Flüchtlinge – Vielfalt in Göttingen“: Workshop zur Flüchtlingsarbeit im Neuen Rathaus.

Quelle: Heller

Göttingen. „Sie müssen ein bisschen zusammenrücken, aber damit wären wir ja auch direkt beim Thema“, stellte Moderation Sybille Bertram zu Beginn des Workshops im vollkommen überfüllten Ratssaal im Rathaus fest.

Dass der Saal mit so vielen Menschen gefüllt war, die sich in Göttingen haupt- und ehrenamtlich für Flüchtlinge engagieren, sei ein tolles Zeichen, meinte Sozialdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck, bevor sie den Zuhörern zunächst aktuelle Zahlen zur städtischen Flüchtlingssituation präsentierte.

Man gehe momentan davon aus, dass im Jahr 2015 insgesamt 1400 Flüchtlinge Göttingen erreichen, so Schlapeit-Beck. Im vergangenen Jahr waren es noch lediglich 400 Flüchtlinge gewesen. „Das Innenministerium hat uns aber bereits jetzt informiert, dass im Jahr 2016 mit einer Verdoppelung der Flüchtlingszahlen gerechnet werden müsse, die Stadt Göttingen sich also auf 2800 Flüchtlinge einstellen muss“, erklärte die Sozialdezernentin.

Diese Menschen ordentlich unterzubringen, sei oberste Priorität, alles andere sei aus Sicht der Stadt nachrangig. Deshalb prüft die Stadt nun auch, in welchen Gebäuden noch Kapazitäten für Flüchtlinge geschaffen werden können. „Das Wichtigste ist, dass wir den Leuten ein ordentliches Dach über dem Kopf geben können.“ Die Nutzung von Turnhallen sei dabei auch aufgrund der vielen Folgeprobleme, die diese auslösen würde, „ultima ratio“.

Neben den bisherigen fünf städtischen Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge sollen daher weitere Unterkünfte nach Vorbild des neuen Flüchtlingsheimes auf den Zietenterrassen entstehen.

Das alles kann die Stadt laut Schlapeit-Beck derzeit kaum alleine stemmen, weshalb sie den zahlreichen Ehrenamtlichen in besonderem Maße dankbar sei. Zur Unterstützung richtet die Stadt nun ein spezielles Spendenzentrum ein, in dem Sachspenden gesammelt, gelagert und verteilt werden können. Das Spendenzentrum, das an der Robert-Bosch-Breite liegt und von der Logistikfirma Zufall unterstützt wird, soll am 5. November von Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler eröffnet werden.

Nach der Einführung ins Thema teilten sich die Anwesenden in fünf Workshopgruppen zu verschiedenen Themen auf. Ein Workshop diente beispielsweise der besseren Vernetzung der verschiedenen Initiativen. So sollen die vielen Akteure sich gegenseitig kennenlernen, sich gegenseitig unter die Arme greifen können und Doppelstrukturen vermeiden.

Von Benjamin Köster

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Schauspieler-Casting im Göttinger „Kauf Park“