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Wucherndes Kraut im Göttinger Kiessee

Stadtverwaltung lässt Wasser untersuchen Wucherndes Kraut im Göttinger Kiessee

Sie kommen alle Jahre wieder – mal weniger und mal mehr: wuchernde Wasserpflanzen und Algen im Göttinger Kiessee. Im südlichen Bereich wuchern die Pflanzen zurzeit ordentlich, „aber auch nicht außergewöhnlichl“ sagt Marko Rücker, Gewässerexperte bei der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt.

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Der Göttinger Kiessee aus der Luft.

Quelle: Mischke

Göttingen. Es sieht ein wenig aus wie ein flauschiger Teppich, was da auf beziehungsweise im Wasser schwimmt: krautartige Pflanzen, in denen Modellboote, Ruderblätter und die Schaufelräder der Tretboote schnell hängen bleiben und Modellbauer wie Wassersportler frustrieren. Ob es besonders viele sind, ist umstritten. Für Rücker ist es in diesem Jahr „eigentlich nicht besonders schlimm, eher so, wie in fast jedem Jahr“.

Vor allem sei es kein Vergleich zu 2004, als Fadenalgen das ökologische Gleichgewicht des Sees so sehr störten, dass Fische starben. Oder zu 2009, als Kamm-Laichkraut und Ähriges Tausendblatt Modellboot-Freunden und Sport-Ruderern die Saison vermiesten.

Algen seien in diesem Jahr noch kaum aufgetreten, sagt Rücker. Was jetzt im flachen Wasser des Kiessees wuchert, seien harmlose Pflanzen. Die Ursache für ihr starkes Wachstum seien bekannt: Der Kiessee ist sehr flach, im Südbereich gerade einmal einen halben Meter tief. Gelangen dann über den Leine-Zufluss auch noch Nährstoffe von gedüngten Feldern in den See, wuchern Wasserpflanzen an sonnigen Tagen explosionsartig und Algen blühen kräftig auf. Die Stadt habe den Zulauf zwar gerade für drei Tage geschlossen, irgendwann müsse aber auch wieder frisches und abkühlendes Wasser nachfließen.

„Wir wurschteln seit Jahres am Zulauf rum, um es so gut wie möglich in den Griff zu kriegen“, sagt Rücker. Die Pflanzen könnten auch mit speziellen Booten gemäht werden, aber die bräuchten eine Wassertiefe von mindestens 50 Zentimetern - und ihr Einsatz sei teuer.

Zum ersten Mal lasse der Fachbereich Umwelt in diesem Sommer regelmäßig Wasserproben aus dem Kiessee untersuchen, bestätigt Rücker. „Wir wollen wissen, wie sich Algen beziehungsweise Phytoplankton in Abhängigkeit von Wasserzulauf und anderen Außeneinflüssen entwickeln, um das Wasser dann besser regulieren zu können.

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