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Würste und Schnaps bei Hevenser Fastnacht

Fünfte Jahreszeit Würste und Schnaps bei Hevenser Fastnacht

Würste und Schnaps gehören in Hevensen zur Fastnacht. Doch vor dem Verzehr steht die Arbeit: Das Mahl wird am Sonnabend Nachmittag von einer kleinen, bunten Karawane eingesammelt. Von Haus zu Haus ziehen die kostümierten Hevenser, damit sie niemand überhört, machen die Musiker aus Thüdinghausen Stimmung.

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Mit Beute: Der Sammeltrupp um Henne (l.) und das Ehepaar Kessler (in Rot) hat schon zwei Würste am Stock.

Quelle: Heller

„Jedenfalls ist uns jetzt ordentlich warm“, sagen Thea und Ingolf Kessler, die in roten Plastikumhängen durch den Ort ziehen. Grund: Im vergangenen Jahr mussten die Hevenser im Regen zum Würstesammeln ausrücken, diesmal blieb es trocken – und kalt.

An fast jedem Haus stoppt der Umzug, mal wird eine Mettwurst durch das Fenster gereicht, mal eine Weißwurst an der Tür gegen ein Schnäpschen getauscht. Während die Männer die Würste an einem langen, gegabelten Stock durch die Straße tragen, schleppen die Frauen Körbe mit mehr oder weniger alkoholischen Getränken. „Das ist Gleichberichtigung“, sagt Annett Naumann lachend. Sie ist bereits zum vierten Mal beim Würstesammeln mit von der Partie und hat sichtlich Spaß.

Schnell arbeiten sich die Grüppchen von Haus zu Haus, aber nicht überall wird geklingelt. „Manche machen die Tür nicht auf“, erklärt Tosten Henne, Vorsitzender des Verschönerungsvereins, der die Hevenser Fastnacht organisiert.

Die meisten aber geben ihre Spende gerne. Am Abend wird die Beute dann gemeinsam während der Feier verspeist – zum 29. Mal. Seit 1980, so Henne, wird die Fastnacht in dem Ort wieder gefeiert, einmal ist sie wegen des Irakkrieges ausgefallen. „Aber schon in den 1950er und 60er Jahren gab es die Fastnacht hier“, weiß Henne. Eigentlich haben die schwarzen Hevenser Narren auch die Aufgabe, anderen Bürgern die Gesichter mit Ruß zu schwärzen. In diesem Jahr allerdings fehlte der Ruß. Diesmal waren es dann nur die vier jungen Hevenser Narren, die als schwarze Männer durch den Ort zogen.

Von Britta Bielefeld

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