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Zäher Prozess gegen mutmaßlichen Dealer in Göttingen

Nach zwei Jahren ist immer noch kein Ende in Sicht Zäher Prozess gegen mutmaßlichen Dealer in Göttingen

Ein ungewöhnliches Jubiläum hat das Landgericht Göttingen zu verzeichnen. Seit genau zwei Jahren verhandelt die erste große Strafkammer gegen einen 49-jährigen Mann aus Bulgarien. Der Angeklagte soll Drahtzieher eines Heroinschmuggels gewesen sein, der im Herbst 2011 aufgeflogen war.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Ein Anlass zum Feiern ist das Jubiläum kaum: Der Prozess tritt bereits seit vielen Monaten auf der Stelle, auch nach 78 Verhandlungstagen ist kein Ende in Sicht. Die Verteidigung sorgt mit immer neuen Anträgen dafür, dass das Gericht das Verfahren nicht abschließen kann.

Die Tat, um die es geht, liegt bereits mehr als vier Jahre zurück: Drogenschmuggel von Bulgarien nach Deutschland. Bei der geplanten Übergabe in Göttingen schlug die Polizei 2011 zu. In dem Kurierfahrzeug entdeckten die Fahnder vier Kilo Heroin. Bereits im Mai 2012 verurteilte das Landgericht Göttingen den aus Bulgarien stammenden Fahrer und zwei weitere Mittäter aus Litauen zu mehrjährigen Haftstrafen. Die Angeklagten hatten ein weitgehendes Geständnis abgelegt, allerdings keine Angaben über die Hintermänner gemacht. „Ich möchte nicht zur Beerdigung meiner Kinder nach Bulgarien fahren“, hatte ein Angeklagter erklärt.

Im Zuge weiterer Ermittlungen nahmen bulgarische Fahnder dann den 49-Jährigen fest. Im Juli 2013 wurde er nach Deutschland ausgeliefert, seitdem sitzt er hier in Untersuchungshaft. Im Laufe des Prozesses hat das Gericht mehrere Zeugen aus Bulgarien vernommen. Anträge der Verteidigung, auch einen früheren Minister sowie bulgarische Staatsanwälte und Richter zu vernehmen, lehnte die Kammer dagegen ab. Die beiden Anwälte aus Frankfurt und Potsdam stellten zahlreiche weitere Beweisanträge. Im November reichten sie den mittlerweile fünften Befangenheitsantrag ein. Kurz zuvor hatte das Gericht einen Haftprüfungsantrag negativ beschieden.

Am jüngsten Verhandlungstag ließen die Verteidiger das Gericht und die übrigen Verfahrensbeteiligten erst einmal eine Dreiviertelstunde warten, um sich mit ihrem Mandanten zu besprechen. Danach ging das übliche Hickhack weiter. Das Gericht lehnte die Vernehmung eines Zeugen aus dem Ausland ab. Es folgte eine Unterbrechung. Die Verteidigung überreichte eine sogenannte Gegenvorstellung, und so weiter. Fortsetzung immer donnerstags.

Von Heidi Niemann

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