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Zahl der in Obhut genommen Kinder steigt an

Statistisches Landesamt Zahl der in Obhut genommen Kinder steigt an

Die Zahl der vom Jugendamt in Obhut genommenen Kinder und Jugendlichen in Niedersachsen ist 2015 deutlich angestiegen, das teilt das Statistische Landesamt mit. In Stadt und Landkreis Göttingen zeichnet sich dieser Trend ebenfalls ab.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. 5758 Jungen und Mädchen wurden vergangenes Jahr in ganz Niedersachsen unter den Schutz der Behörden gestellt. Das sind 1873 mehr als 2014. Der Hauptgrund für den starken Anstieg der Inobhutnahmen waren laut Landesamt unbegleitete Einreisen aus dem Ausland. 2492 Minderjährige, der überwiegende Teil zwischen 16 und 18 Jahren alt, kamen ohne Erziehungsberechtigten nach Niedersachsen. Die Zahl erhöhte sich damit um das Siebenfache.

"Auch in Göttingen ist die Anzahl der Inobhutnahmen gestiegen. Die Begründung liegt in der hohen Anzahl an unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen", bestätigt Verwaltungssprecherin Stefanie Ahlborn. Im gesamten Landkreis gab es 405 Inobhutnahmen, 342 davon für unbegleitete minderjährige Ausländer. 2014 waren es noch 181 Kinder, die unter Behördenschutz gestellt wurden, darunter 108 ohne Erziehungsberechtigten einreisende Jugendliche aus dem Ausland. Für dieses Jahr zeichnet sich bislang allerdings ab, so Landkreissprecher Ulrich Lottmann, dass die Zahl der Inobhutnahmen für unbegleitete minderjährige Ausländer erheblich zurückgeht. Die übrigen Inobhutnahmen liegen bisher auf dem Niveau von 2015.

Ein weiterer Hauptgrund für die landesweit gestiegenen Zahlen ist dem Landesamt zurfolge die Überforderung der Eltern. Viele unter Schutz gestellte Kinder gaben zudem "sonstige Probleme", Beziehungsprobleme, Vernachlässigung und Anzeichen für Misshandlung bei den Jugendämtern an. Nur in gut einem Viertel der Fälle erfolgte die Maßnahme auf Wunsch des Kindes. Zumeist wurde das Jugendamt aufgrund einer dringenden Gefährdung tätig. Die Betroffenen werden während der Schutzmaßnahme in Einrichtungen, einer betreuten Wohnform oder bei Pflegeeltern untergebracht.

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