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Flaschenwürfe und Steine-Depot

Folgenreiche Demonstration des Freundeskreis Flaschenwürfe und Steine-Depot

Einen Tag nach der teilweise gewalttätigen Demonstration gegen eine Kundgebung des rechtsradikalen sogenannten "Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen" leitet die Polizei weitere Ermittlungsverfahren ein. Sechs Polizisten waren am Sonntagabend verletzt worden.

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Die Gegendemo ist eskaliert

Quelle: Peter Heller

Göttingen. Während Bündnis 90/Die Grünen den Polizeieinsatz "kritisch hinterfragt" und die Einsatzleitung auffordert, diesen aufzuarbeiten, sind neue Details bekannt geworden. "Durch die Versammlung wandernde Polizisten", so die Grünen, hätten "Unruhe und Verunsicherung" verursacht, heißt es in einer Mitteilung von Yonas Schiferau von den Grünen. Tatsächlich entstand die kritischste Situation, als eine Festnahmeeinheit in die Menschenmenge stürmte, um einen der Demonstranten festzunehmen.

Polizeisprecherin Jasmin Kaats hat am Montag auf Anfrage die Situation erklärt: Ein Demonstrant, der zuvor an der Absperrung einen Polizeibeamten mit einer Flasche geschlagen habe, sei wiedererkannt worden und sollte festgenommen werden. Als dieser schon gefasst war, hätten andere Personen die Polizisten angegriffen, geschlagen und getreten. Der Verdächtige konnte deshalb entkommen, ein weiterer Körperverletzer wurde festgenommen.

Dieser habe einen Polizisten ans Bein getreten. Bei der Gelegenheit führten die Beamten zwei von insgesamt einem Dutzend in Gewahrsam genommener Personen ab. Aktuell werden Videoaufzeichnungen ausgewertet. Es sei mit der Einleitung noch zahlreicher weiterer Strafverfahren wegen Körperverletzung, Landfriedensbruches und Widerstandes zu rechnen.

Wurfgeschoss-Depot mit Steinen entdeckt

Wie aufgeladen die Stimmung bei der Gegendemo war, zeigt auch diese Bilanz: Mehrere Personen hatten schon vor Eintreffen der Rechtsextremen versucht, Absperrungen gewaltsam zu überwinden. Eine Gruppe von 20 Personen war durch einen Privatgarten in den abgesperrten Bereich eingedrungen. Bis zu sechs Traktoren, teils aus Duderstadt, hatten Straßen blockiert. Seitens der Demonstranten wurden Obst und teils gefüllte Flaschen als Wurfgeschosse gegen Polizisten eingesetzt. Die Polizei hatte vor Beginn am Albaniplatz bereits ein Depot mit Wurfgeschossen (Steine) entdeckt und geräumt.  

Auf Seiten des "Freundeskreises" hatte es bei den Ansprachen in Adelebsen und Göttingen zudem zahlreiche Äußerungen gegeben, die auf den Straftatbestand Volksverhetzung hin zu überprüfen sind. Es wurden außerdem zahlreiche Drohungen ausgesprochen. Jens Wilke und Mario Messerschmidt behaupteten in sich teils widersprechender Darstellung, es habe einen Axtangriff gegen die Wohnung eines "Kameraden" sowie Morddrohungen gegeben. Eine solche Tat ist bei der Göttinger Polizei weder bekannt noch angezeigt worden.

Auf Anfrage teilt der Landkreis Göttingen mit, dass Kundgebungen des "Freundeskreises" in Adelebsen (Parkplatz Burgstraße) auch für alle Sonntage dieses Jahres bis einschließlich 18. Dezember für jeweils 17 bis 19 Uhr angemeldet wurden. Nur am Wahlsonntag, 11. September, nicht. Beschieden wurden diese Versammlungsanzeigen bisher nicht. Sie werden, so Ulrich Lottmann, jeweils einzeln geprüft. Änderungen, etwa des Ortes oder notwendige Beschränkungen, seien möglich.

Für die Stadt Göttingen sind bisher keine weiteren Kundgebungen angemeldet. Lautsprecherfahrten zur Kommunalwahl sind dem "Freundeskreis" ebenfalls nicht erlaubt. Es liege aber ein Antrag des NPD-Unterbezirks vor, der jedoch noch nicht beschieden sei, sagt Stadtsprecher Detlef Johannson. Freundeskreis-Sprecher Jens Wilke kandidiert für die NPD - als Landratskandidat.

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