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Zehn Geisterräder an Kreuzungen

Göttingen Zehn Geisterräder an Kreuzungen

Gemeinsam gegen Radfahrer-Unfälle: Mit großer Unterstützung hat die Göttinger Polizei am Montag zehn so genannte „Ghostbikes“ also Geisterräder an Kreuzungen aufgestellt. Wo eines dieser Räder steht, ist ein Radfahrer bei einem Verkehrsunfall gestorben.

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Quelle: Peter Heller

Göttingen. Vor etwa vier Jahren hat Jörg Arnecke von der Göttinger Polizei die ersten acht Geisterräder in der Stadt anbringen lassen. Jetzt wurden sie komplett restauriert - und zwei neue kamen hinzu. An der Aktion beteiligten sich Jugendliche aus dem Vollzug am Leineberg, Schüler der Sprachlehrklasse der BBS 1, die Verkehrswacht, der städtische Bauhof, die Göttinger Berufsfeuerwehr und der Round Table Club Göttingen. Sie alle haben mit ihrer Arbeit dazu beigetragen, dass die Mahnmale seit Montag wieder an ihrem alten Platz stehen. An der Kreuzung am Groner Tor tragen sich die Beteiligten zum Ortstermin am Rad.

„Unsere Schüler haben in den Osterferien daran gearbeitet, die Räder auf Vordermann zu bringen“, sagt Christoph Schmidt, Lehrer an den BBS I. Für die jungen Leute, so sagt auch Melanie Hacker von der Jugendanstalt Leineberg, transportiere die Mitarbeit am Projekt auch eine Botschaft - sie denken dadurch über das Thema nach. Die Schüler haben

Arnecke will mit den Rädern Aufmerksamkeit erregen und zum Nachdenken anregen. Von 2015 auf 2016 ist der Prozentsatz der Radfahrer unter allen verletzten Verkehrsteilnehmern gestiegen. 2015 waren es 33 Prozent aller Verletzten, die mit dem Rad unterwegs waren, 2016 bereits 36 Prozent. Ein Trend, der Verkehrsberater Arnecke Sorgen macht. Er empfiehlt, immer einen Helm zu tragen. „Viele der Radfahrer, die bei Unfällen getötet wurden, hatten schwere Kopfverletzungen.

Zu den acht, an den alten Standorten wieder aufgestellten Rädern, sind zwei neue hinzugekommen. Eines an der Kreuzung Steinsgraben/Beethovenstraße und eines an der Stettiner Straße / Stegemühlenweg. Dort kam im April eine 64-jährige Radfahrerin bei einem Fahrradunfall ums Leben.

Die Rädern, die renoviert wurden, waren allesamt nicht beschädigt. „Außergewöhnlich“ findet Arnecke das. Kein Vandalismus, kein Diebstahl. „Die Menschen haben Respekt davor“. Deshalb will er Ende des Monats weitermachen - dann mit knallroten Rädern. Die sollen mal hier, mal dort an Unfallschwerpunkten für Aufmerksamkeit sorgen. Besonders viele Unfälle mit Radfahrer ereignen sich am Groner-, Geismar- und Weender Tor und am Kreisel an der Godehardtstraße.

Idee aus den USA

Ursprünglich stammen die Ghostbikes aus den USA. In St. Louis wurden im Jahr 2003 die ersten aufgestellt. In Deutschland wurden in Berlin die ersten weißen Räder an Straßenlaternen und Schilder montiert. Göttingen sei, sagt Arnecke, seines Wissens nach die zweite deutsche Stadt, die die Idee im Netzwerk Fahrrad diskutierte und im Mai 2013 erstmals umsetzte.Später haben sich andere Sädte wie Bremen, Hamburg oder Hildesheim sich in Göttingen kundig gemacht und ebenfalls an Unfallstellen weiß lackierte Räder aufgestellt.

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