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Zerwürfnis mit Pastor Horst Metje: Streit in Schedener Kirchengemeinde

Die Chemie hat nie gestimmt Zerwürfnis mit Pastor Horst Metje: Streit in Schedener Kirchengemeinde

„Buh! Redeverbot! Lassen Sie die Frau ausreden!“ Dem Göttinger Gemeindeberater Klaus Gottschalt schlägt in der evangelischen Kirche St. Markus in Scheden eine Welle der Empörung entgegen. Er hat den Stecker des Mikrofons gezogen.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Scheden. Damit ist Bürgermeisterin Ingrid Rüngeling (Freie Wähler) in der voll besetzten Kirche nicht mehr zu verstehen. Die Christin hatte während der Gemeindeversammlung einige der Vorwürfe des Kirchenvorstands Scheden/Dankelshausen gegen Pastor Horst Metje zusammengefasst. Wegen des zerrütteten Verhältnisses hat der Geistliche im Dezember gekündigt.

Die Gemeindemitglieder, die von den Streitigkeiten im Vorfeld nichts mitbekommen haben, reagieren geschockt. Mehr als 200 Christen sitzen im Gotteshaus, um sich über die Hintergründe aufklären zu lassen. Doch weder Metje, der im Sommer nach 25 Jahren seine beiden Gemeinden Scheden/Dankelshausen und Jühnde/Barlissen/Meensen verlassen will, noch der Kirchenvorstand werden konkret.

Die „Chemie“ zwischen Pastor und dem 2012 neu gewählten Vorstand habe nie gestimmt, deuten beide Seiten an. Dem Hann. Mündener Superintendenten Thomas Henning und Gemeindeberater Gottschalt wäre es am liebsten, wenn nun alle nach vorne schauen und einen Neuanfang wagen würden. Sie fürchten, dass eine Eskalation des Streits zu einer dauerhaften Spaltung der Gemeinden führt.

Die Mehrheit in der Kirche will davon nichts wissen

Doch die Kirchenmitglieder lassen nicht locker. Und so kommen während der Versammlung dann doch einige Punkte zur Sprache. Metje gehe nicht auf Leute zu. Er sei ein Verwaltungsmensch, der Initiativen des Kirchenvorstands abblocke, so bei der Arbeit mit Kindern oder mit jungen Familien. Er habe ein Problem mit Frauen. Es sei auch in früheren Jahren zu Streitigkeiten mit Kirchenvorstehern gekommen. Einige seien deswegen zurückgetreten.

Die Mehrheit in der Kirche, darunter auch Rüngeling, will davon nichts wissen. Metje könne hervorragend zuhören, halte fesselnde Predigten und bewegende Ansprachen, wird betont. Vor allem die Trinitatis-Gemeinde Jühnde/Barlissen/Meensen, wo der Kirchenvorstand keine Probleme mit dem Pastor habe, sei verärgert.

Metje sucht sich derzeit eine neue Stelle. Sobald er sie gefunden hat, müssen sich die beiden Gemeinden auf einen Nachfolger einigen. Der Superintendent rechnet nur „mit ein, zwei Bewerbungen“. Der ländliche Raum sei bei Geistlichen unbeliebt. Im Notfall könne das Landeskirchenamt einen Jungpastor schicken. Gottschalt entschuldigt sich am Ende für das Ziehen des Steckers. Als Moderator müsse er auf die Zeit achten, sagt er.

Von Michael Caspar

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