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Ziegen, Skudden und Heidschnucken pflegen Bahndamm in Ossenfeld

Hungrige Tiere Ziegen, Skudden und Heidschnucken pflegen Bahndamm in Ossenfeld

Seit einigen Wochen stillen wieder zwölf Weidetiere ihren Hunger am Bahndamm bei Ossenfeld. Die zwei großen Burenziegen, fünf Skudden und fünf weiße, gehörnte Heidschnucken gehören Sabine Schumacher.

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Sabine Schumacher und ihre Tochter Magdalena, beide im Naturschutzbund Altkreis Münden aktiv, mit den Burenziegen Lotte (vorne) und Liese am Ossenfelder Bahndamm.

Quelle: Hinzmann

Ossenfeld. Die zweite Vorsitzende des Naturschutzbundes (Nabu) Altkreis Münden bringt jeden Sommer ihre Tiere in das Naturschutzgebiet – zum Schutz desselben. Denn ohne die Beweidung und darüber hinaus gehende Pflegeeinsätze würde die wertvolle Magerrasenfläche zuwuchern.

 
Der Ossenfelder Bahndamm ist Teil des Naturschutzgebietes Ossenberg-Fehrenbusch und befindet sich im Besitz des Landkreises Göttingen. In weiten Teilen sei mittlerweile „eine Art Pionierwald“ entstanden, der die „artenrteichen Magerrasenrelikte“ bedrohe, erklärt Schumacher. Damit diese Flächen nicht noch kleiner werden, sei mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises vor einigen Jahren eine regelmäßige Beweidung abgesprochen worden. Schumacher schaffte sich 2009 Schafe und Ziegen an und übernahm die Aufgabe. Seit das etwa einen Hektar große Gebiet bei Ossenfeld beweidet werde, sagt Schumacher, „stieg die Anzahl der dort vorkommenden Orchideenarten an“. Unter anderem wachsen laut Schumacher im streng geschützten Bereich des Bahndamms Vogelnestwurz, Zweiblatt oder auch Stedelwurz Epipactis helleborine. Skabiosen und Flockenblumen würden zudem seltene Schmetterlinge anziehen, und auch die Zauneidechse sonne sich in den freigehaltenen Bereichen.

 
Ab Juni dürfen die Tiere auf die Flächen, weil die Orchideen dann bereits fertig ausgetrieben und die meisten schon zu blühen begonnen hätten, erklärt Schumacher. „Werden sie jetzt abgefressen oder durch die Tiere zertrampelt, kommen sie im nächsten Jahr wieder.“ Die Weidetiere verletzen durch ihren Tritt die Bodennarbe, wodurch seltene Pflanzensamen überhaupt erst wieder keimen würden. Schafe, die auf mehreren botanisch interessanten Flächen grasen, würden außerdem für „einen Austausch des genetischen Materials“ und die botanische Vielfalt der Kulturlandschaft sorgen.

 
Schumacher wechselt mit den beiden Burenziegen Liese und Lotte sowie den Skudden und Heidschnucken regelmäßig den Weidestandort am Bahndamm. Zuletzt stillten sie ihren Hunger an der Nordseite des Damms, etwa mit Brennnessel, Beinwell oder Goldrute. „Das gehört da nicht hin“, so Schumacher und hofft, dass sich Liese und Lotte auch an den Pappeltrieben gütlich tun. Täglich kontrolliert die 49-Jährige, die in Göttingen als Apothekerin arbeitet, ihre Tiere, den Zaun und das Stromaggregat.

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Von Redakteur Britta Eichner-Ramm

Der Wochenrückblick vom 26. November bis 2. Dezember 2016