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Ziel erreicht auf Erinnerungstour

Zum Holocaustgedenktag kommt Bernhard Keller in Łódź an Ziel erreicht auf Erinnerungstour

An diesem Dienstag will er in Łódź ankommen – am Holocaust-Gedenktag. Der Angersteiner Bernhard Keller radelt von einer ehemaligen Verwahranstalt für Jugendliche zur anderen. Ähnlich wie in Moringen bei Northeim gab es während der Nazi-Diktatur auch in Łódź, damals Litzmannstadt, eine Haftstätte für Jugendliche.

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Kurz vor dem Ziel: Am Dienstag will Bernd Keller seine Tour beenden.

Quelle: EF

Angerstein/Łódź. Auf seiner Fahrradtour hat der Angersteiner Ältestenprediger Keller viel erlebt. Bei seinen abendlichen Gesprächen unter dem Motto „Opfer, Täter, Stille Helden“ sei er in Bautzen einem Zeitzeugen eines Todesmarschs von Auschwitzhäftlingen begegnet, erzählt er. Gesprochen habe er dort auch mit einer Frau, deren Familie einer jungen Jüdin beistand. Vermutlich sei diese dann aber doch nach Litzmannstadt deportiert worden.

Auf der Strecke nach Görlitz musste Keller wegen einer Panne pausieren und abgeholt werden – ein Zahlrad seines Fahrrades war gebrochen. "Dreieinhalb wunderbar ruhige Stunden" an der Raststätte Oberlausitz habe er genossen, bis er zur geplanten Abendveranstaltung abgeholt worden sei. Einen Tag Pause bescherte das dem Radler, obwohl sein Rad in zehn Minuten wieder repariert gewesen sei.

Von Görlitz nach Legnica begleitete ihn Michael Winter aus Görlitz. Die Görlitzer Kulturnetzwerke knüpften den Kontakt. Der erklärte Fahrradenthusiast half dem Angersteiner bei der Routenplanung und fuhr spontan für zwei Tage bei der „tollen Erinnerungs- und Begegnungstour“ mit. Zum Abschied gab es sogar "Tränchen".

Nach einem Stopp im Edith-Stein-Haus in Beslau hatte Keller noch knapp 200 Kilometer in drei Etappen vor sich. Am Sonntag hatte er den ersten Schneetag und fühlte sich schon "eingemeindet": Mit seinen "gefühlten fünf Worten Polnisch" wurde er nach dem Weg gefragt. An diesem Montagabend will er in Łódź ankommen, um dort den Gedenktag zu begehen. Bei der Reformierten Gemeinde kommt er unter. Von dort plant er eine Bahnfahrt noch Wolfsburg, um dort seine Arbeit wieder aufzunehmen.

 

gedenkstaette-moringen.de

Von Ute Lawrenz

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