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Zukunft der Grundschulen in Groß Schneen und Friedland

„Qualität wichtiger als Standortfrage“ Zukunft der Grundschulen in Groß Schneen und Friedland

In der Diskussion um die Zukunft der beiden Grundschulen in der Gemeinde Friedland haben zwar in einer Unterschriftenaktion mehr als 1700 Einwohner den Erhalt einer Grundschule Groß Schneen gefordert, in der Sozialausschussitzung in dieser Woche wurde aber ein Umdenken vieler Eltern deutlich.

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Quelle: Hinzmann

Groß Schneen. „Die pädagogische Qualität ist uns wichtiger als die Standortfrage“, formulierte es eine der Mütter, die sich der Elterninitiative engagierten.

Und dass der Neubau einer Schule in Groß Schneen möglicherweise die Existenz der zweizügigen Friedländer Grundschule bedrohen würde, ist inzwischen auch vielen Eltern der dortigen Schule klar geworden. Viele Stimmen, auch aus dem Ortsrat Friedland, plädierten deshalb dafür, den Standort Friedland zu untersuchen, ob die dortige zweizügige Schule nicht auf die mittelfristig erforderlichen drei Züge ausgebaut werden kann. Monika van Vught aus Niedernjesa etwa, eine der Mütter, sagte: „Wir haben in Friedland eine ganz tolle Schule, sowohl pädagogisch als auch athmosphärisch.“

Das Problem: Der Landkreis Göttingen hat zum 1. August 2017 der Gemeinde die Räume in der Carl-Friedrich-Gauß-Schule gekündigt. Das Angebot, das der Landkreis zuletzt machte (ein Klassenraum, vier umzubauende Funktionsräume und die Anmietung von Containern), erschien den Mitgliedern des Schul- und Sozialausschusses als nicht annehmbar - die Containerlösung zudem langfristig als zu teuer. Ein Neubau in Groß Schneen würde nach ersten Berechnungen 4,5 Millionen Euro kosten. Ein Anbau in Friedland wäre mit geschätzten 2,7 Millionen Euro günstiger. Fraglich ist aber, ob dieser auf dem Schulgelände überhaupt Platz finden würde oder ob ein Neubau nicht jenseits des Kookweges erfolgen, die Schülter also die Straße überqueren müssten.

Eine Konzentration der Grundschule in Friedland würde allerdings bedeuten, „dass im System der Infrastruktur in Groß Schneen ein Puzzleteil fehlt“, formulierte es  Holger Kerl. Den Eltern der Bürgerinitiative wäre ein dreizügiger Neubau in Groß Schneen ohnehin lieber - mit der Folge, dass die gerade erst perfekt ausgebaute Friedländer Schule dann überflüssig wäre. Die Architektin Angela Lott hatte für die Elterninitiative eine umfangreiche Präsentation erarbeitet, in der sie detailliert die wirtschaftlichen sowie die pädagogischen Vorteile eines Neubaus herausarbeitete. Das zielte auf einen Neubau in Groß Schneen ab, die Argumente gelten unverkennbar aber auch für einen Ausbau der Friedländer Schule auf Dreizügigkeit.

Aus der Politik kam die Mahnung, „jetzt keinen Keil zwischen die Schulen zu schlagen“ (Heike Hildmann, CDU) und „die Schulfrage auch als Chance anzusehen“ (Lothar Zeunge, SPD). Und die aufflammende Frage, ob es für eine lange Beratung der Neu- oder Anbaufrage nicht schon langsam spät werde, konterte Schulamtsleiter Johann Schustek damit: „Man kann eine siebenköpfige Familie nicht so schnell aus einer Wohnung klagen. Da wird man eine zweizügige Schule im Notfall auch nicht so einfach rauskriegen.“

►Kommentar: Elterninitiative treibt Politik

…initiative, gleich welcher Art, das klingt in der Kommunalpolitik oft nach Krawall. Angenehm, wie sich die Elterninitiative für die Einzelbergschule Groß Schneen davon abhebt. Höchst konstuktiv und bestens informiert helfen die Eltern mit, damit die Politiker, die letztlich entscheiden, eine wohl überlegte Lösung finden.

Aber warum müssen die Eltern die Ratspolitiker dabei vor sich her treiben? In der Sozialausschusssitzung bestand ein Großteil der Politiker-Redebeiträge im Klagen darüber, dass die einen Informationsveranstaltungen ohne die anderen organisiert haben, dass es jetzt höchste Zeit wird und dass das Pädagogische doch so wichtig sei wegen Inklusion und so… Ein Beispiel dieser inhaltslosen Worthülsen gefällig? „Die Konkretisierung vorantreiben, um der Dynamik Schwung zu verleihen!“

Wo, bitteschön, war mal eine klare Ansage? Kann sich denn, welche Fraktion auch immer, nicht einmal jemand festlegen? „Bis dann verlangen wir von der Verwaltung eine Entscheidungsvorlage, bis dann werden wir die Alternativen prüfen, bis dann werden wir entscheiden!“ Denn um die wird sich die Politik nicht drücken können.

Von Jürgen Gückel

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