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Zum Schutz vor Feinden gebaut

Diemardener Warte Zum Schutz vor Feinden gebaut

Das 600-jährige Bestehen des Warteturms auf dem Diemardener Berg wird heute gefeiert. Während des Festes ist der ehemalige Beobachtungsturm für Besucher geöffnet. 

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Aussichtspunkt auf dem Diemardener Berg: Die Warte diente der Region vor 600 Jahren als Beobachtungsposten.

Quelle: Theodoro da Silva

Vor einem Rapsfeld auf dem Diemardener Berg steht der Warteturm. Schon von weitem sieht man das runde Kalksteingebäude. Heute drehen sich moderne Windräder in unmittelbarer Nähe. Gebaut wurde der ehemalige Beobachtungsturm 1409. Alte Quellen besagen, dass der am Ort gefundenen Kalkstein gebrochen und für den Bau verwendet wurde. Der Turm war Teil des kilometerlangen Landwehrsystems um Göttingen. Von den elf Türmen die rund um die Stadt gebaut waren, ist nur noch die Diemardener Warte voll erhalten. Die Wächter auf den Beobachtungstürmen sollten die Stadt vor herannahenden Feinden warnen. 

In dem Göttinger Kämmererbuch von 1550 sind das letzte Mal Ausgaben für einen Wärter auf dem Turm bei Diemarden eingetragen. Von da an blieb die Warte unbesetzt und verfiel, bis der obere Teil des Turms vor mehr als 100 Jahren so stark zerstört war, dass der Kalkstein zum Bau von Straßen verwendet werden sollte. Der Klosterhof wehrte sich dagegen und gewann, denn der Turm steht auf Klosterland, so heißt es in den Gerichtsakten der Vogtei in Geismar. 

1972 hat die Familie von Wilhelm Isenberg das Klostergut und den Turm übernommen. Für 30 Jahre haben sie die heruntergekommene Warte an Familie Leffers aus Geismar verpachtet. „1973 haben sie angefangen, das Gebäude zu renovieren,“ erzählt Isenberg. 1975 war der Ausbau fertig: Ein neues Dach, neue Treppen, eine Küche und ein kleines Badezimmer – ein privates Feriendomizil. 

2003 ging der renovierte Turm in den Besitz der Familie Isenberg zurück, die sich erneut um den Aufbau des inzwischen wieder heruntergekommenen Turms bemühte. Ein kleines „Wohntürmchen“ entstand, so Isenberg: Eine Wasserzisterne im Keller, ein Holzofen im Obergeschoss und eine Solarzelle auf dem Dach. 

Das 600-jährige Jubiläumsfest beginnt am Freitag, 15. Mai, um 16 Uhr vor dem Turm. Bei Regen findet das Fest im ehemaligen Schafstall auf dem Klostergut statt.

Von Tonie Lenz

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