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Zur Stein-Schau nach Italien

Sparkassen-Neubau Zur Stein-Schau nach Italien

Die Sparkasse Göttingen wird 2018 ihre Zentrale am Groner Tor beziehen. Der Fassadenentwurf ist abgesegnet. Seit September steht fest, wie das Außenareal gestaltet wird. Aktuell steht die Auswahl eines Bodenbelags für Eingangshalle und Kundenbereich des Neubaus zur Entscheidung an.

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Göttingen. Und die hat die Sparkasse zur Chefsache erklärt. So reiste der Vorstand Anfang November persönlich ins norditalienische Sterzing, um sich in einem Steinbruch vor Ort über Natursteine zu informieren. Begleitet wurden Rainer Hald und André Schüller laut Tageblatt-Informationen von ihrem Baubeauftragten, vier Fachberatern für die Bereiche Fliesen, Farbkonzept, Maler und Planung sowie Vertretern der EBR Projektentwicklung GmbH und des beauftragten Architekturbüros. Neun Personen machten sich am Montagmorgen, 7. November, auf den Weg nach Südtirol. Mit dem ICE, erste Klasse, Ticketpreis rund 400 Euro.

Für Thermen, Bäder - und Sparkassen

In der Provinz Bozen betreibt das Unternehmen Grünig Natursteine zwei Steinbrüche. In einem werden Serpentin und Granit abgebaut, im anderen Silberquarzit. Die Firma wirbt für diesen Stein mit seinen „weltweit einzigartigen Eigenschaften“. Er sei universell einsetzbar, beständig gegen Säuren, Laugen oder Salz und besteche durch seine Frostbeständigkeit und Rutschfestigkeit, heißt es auf der firmeneigenen Website. Zudem würde Silberquarzit nachweislich nicht von Bakterien besiedelt. Diamantgesägt sei er daher ideal für den Einsatz in Thermen und Bädern. Oder eben in Sparkassengebäuden.

Fragen nach Sicherheit, Belastbarkeit und Haltbarkeit

„Wir haben ein vom bauausführenden Unternehmen und den Fachberatern empfohlenes Natursteinmaterial in die engere Wahl genommen, das uns unter optischen Aspekten zusagte“, erklärte Sparkassen-Sprecher Michael Rappe. Allerdings hätten nicht genug Informationen zu den Eigenschaften des Materials vorgelegen. So habe man entschieden, Fragen nach Sicherheit, Belastbarkeit und Haltbarkeit vor Ort zu klären. Auch die Abbaubedingungen seien überprüft worden, um die angestrebte Zertifizierung für nachhaltiges Bauen (DGNB) zu unterstützen. Außerdem habe es Besichtigungen von öffentlichen und privaten Gebäuden gegeben, in denen das Material zum Teil schon seit Jahren in Gebrauch sei.

"Besonders hohe Verantwortung"

Die Frage, ob es dem üblichen Vorgehen in solchen Projekten entspricht, zur Begutachtung von Baumaterialien weite Strecken zurückzulegen, ließ der Sparkassenverband Niedersachsen unbeantwortet. Pressesprecher Michael Schier verwies darauf, dass derartige Vorgänge in der Verantwortung der Entscheidungsträger vor Ort liegen würden. Diese bezeichneten die Reise als kosteneffizient. Alle Fahrten seien mit Bahn und Bus erfolgt, der Terminplan auf 24 Stunden komprimiert gewesen. Und zur Notwendigkeit der Steine-Schau in Norditalien betonte Rappe: „Als öffentlich-rechtliches Unternehmen haben wir derartige Kostenentscheidungen mit besonders hoher Verantwortung zu behandeln.“

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Thema des Tages: Steinträume aus der Toskana