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Zusammenarbeit abseits von Klischees

Freundschafts-Projekt Zusammenarbeit abseits von Klischees

Freunde finden, Arbeit finden - nach dieser Devise bringt eine Initiative Flüchtlinge und Göttinger zusammen, die ein ähnliches Handwerk gelernt haben. Im Fall der Filmemacher Wasey Khan Khalil und Oliver Clark entstand daraus ein gemeinsames Projekt.

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Gäste arbeiten am 11.05.2016 in Berlin-Mitte im Cafe St. Oberholz an ihren Laptops im Internet.

Quelle: Kay Nietfeld

Göttingen. Freunde finden, Arbeit finden - nach dieser Devise bringt eine Initiative Flüchtlinge und Göttinger zusammen, die ein ähnliches Handwerk gelernt haben. Im Fall der Filmemacher Wasey Khan Khalil und Oliver Clark entstand daraus ein gemeinsames Projekt.

Die Leidenschaft für ihre Profession merkt man beiden an - ihre Gespräche über Kamera-Einstellungen, unterschiedliche Filme und die Filmwirtschaft in verschiedenen Ländern sind kaum zu bremsen. Denn Erfahrung im Filmgeschäft haben beide: Clark betreibt die Göttinger Produktionsfirma „Harder Film“, Khan Khalil hat in London Medienwissenschaften studiert. In seiner Heimat Pakistan arbeitete er unter anderem als Journalist, bevor ihn die Drohungen religiöser Extremisten wieder aus dem Land vertrieben.

Schon während seiner Zeit im Grenzdurchgangslager Friedland habe er darüber nachgedacht, Filme über das Leben dort zu machen. „Aber mir fehlte die Ausstattung“, erzählt Khan Khalil. Dank der Initiative „Find Friends, find Work“ schlug eine Ehrenamtliche ein Treffen mit Clark vor. „Eine Riesenchance“ nennt er das rückblickend.

Nach mehreren Treffen ist nun ein Konzept für mehrere Kurzdokumentationen über das Leben von Migranten in Göttingen entstanden. Dass Khan Khalil dabei seine Erfahrungen als Flüchtling einbringt, schätzt Clark. Zwar habe er sich mit der politischen Diskussion über das Flüchtlingsthema beschäftigt, „aber Waseys Schilderungen aus erster Hand haben viel verändert.“

Dass er als Flüchtling beim Dreh andere Einblicke als Clark bekommen kann, glaubt auch Khan Khalil: „Es ist bestimmt einfacher für mich, Kontakt zu Flüchtlingen aufzunehmen“. Allerdings ist ihm Professionalität wichtig. „Wenn ich das mache, dann mache ich das nicht als Flüchtling, sondern als neutraler Filmemacher“, sagt er voller Überzeugung.

Tatsächlich hat die Zusammenarbeit noch einen anderen Vorteil: „Würden wir beide beispielsweise eine Szene einer Party drehen, sähe die völlig unterschiedlich aus“, sagt Khan Khalil bezüglich der unterschiedlichen Filmstile in Deutschland und Pakistan. „Sehr bereichernd“ nennt auch Clark die interkulturelle Zusammenarbeit. Bei ihrer Arbeit wollen die beiden trotzdem nicht in Klischees abrutschen. Denn den düsteren Stil, den Clark dem deutschen Film unterstellt, schätzt Khan Khalil ebenfalls sehr.

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