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Zwei Spezialhunde folgen konkreter Spur

Kreishaus-Anschlag Zwei Spezialhunde folgen konkreter Spur

Der Verdacht, dass der Brand- oder Sprengstoffanschlag auf eine Teeküche im Kreishaus „aus dem linksextremistischen Umfeld“ heraus verübt wurde, habe sich „konkretisiert“. Bei der benutzten „unkonventionellen Brand- und Sprengvorrichtung“ habe es sich um „einen szenetypischen Brandsatz“ gehandelt. Es sei „die Bewertung zulässig“, dass „linksextremistische Gewalt zunimmt“.

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Quelle: Vetter

Das alles sagte gestern bei einer Pressekonferenz Polizeivizepräsident Roger Fladung. Er wertete die Durchsuchung am Mittwochabend in der Roten Straße als „polizeilichen Erfolg“.

Zu verdanken ist die Tatsache, dass jetzt zwei Männer und zwei Frauen, die in den durchsuchten Wohnungen leben, als Tatverdächtige gelten, einer ungewöhnlichen Aktion. Zwei Spezialhunde aus Nordrhein-Westfalen, sogenannte „Mantrailer“, waren am Tatort mit einer aufgefundenen Geruchsspur des mutmaßlichen Täters konfrontiert worden. Fünf Tage nach dem Anschlag erschnüffelten beide Hunde unabhängig denselben Weg des mutmaßlichen Täters vom Kreishaus zur 600 Meter entfernten Roten Straße. Darauf, dass beide Hunde vor denselben Türen anschlugen, war die Durchsuchungsanordnung begründet.

Kommentar von Jürgen Gückel

Alle etwas gelassener

Jetzt mal bitte eine Spur gelassener! Auf allen Seiten. Die Polizei tut ihre Pflicht, sie ermittelt, und das ist gut so für uns alle. Sie hat weder gezielt Teilnehmer einer Gedenkveranstaltung „schikaniert“, wie einige behaupten, noch hat sie den Kreishaus-Anschlag erfunden oder die Fährte der Spürhunde in Richtung linke Szene vorbestimmt.
Dass es ein gezielter Anschlag war, müssen wir zunächst glauben. Ebenso, dass der Spurenträger, der dann in die Rote Straße führte, etwas mit dem Täter zu tun hat. Warum sie davon ausgehen, verraten die Ermittler vorerst nicht. Sie haben gute Gründe.
Sie haben aber auch noch keine Beweise. Und so lange das so ist, sollte sich Polizei-Vize Roger Fladung hüten, mit dem Finger auf „die linksextremistische Szene“ zu zeigen, von „szenetypischen Brandsätzen“ – was immer das ist? – zu reden und so zu tun, als habe er es schon immer gewusst. Das nährt sonst den Verdacht, als wolle er sich in den wenigen Tagen, in denen er oberster Chef sein darf, als Linkenfresser in Hannover empfehlen.

Welcher Spurenträger mit dem Geruch des Täters den Hunden vorgehalten wurde und in welchem Zusammenhang dieser mit der Tat steht, darüber schweigt die Polizei. Ebenso zur genauen Zusammensetzung des benutzten Spreng- oder Brandsatzes. Auch sind die bei der Durchsuchung sichergestellten Computer und weitere Unterlagen noch nicht ausgewertet.

In Internet-Kommentaren zur Tageblatt-Berichterstattung ist eine wilde Debatte darüber ausgebrochen, welche Beweiskraft es hat, Hunde auf eine fünf Tage alte Fährte zu setzen. Sogar die Zweifel, dass es überhaupt ein Anschlag war, reißen nicht ab.

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