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Zweieinhalb Jahre Haft für Internetbetrüger

Amtsgericht Göttingen Zweieinhalb Jahre Haft für Internetbetrüger

Ein 24-jähriger Angeklagter aus Göttingen muss wegen umfangreicher Internet-Betrügereien für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Das hat jetzt das Amtsgericht Göttingen entschieden.

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Das unter der Bezeichnung „Moneyboy“ geführte Verfahren ging früher als ursprünglich geplant zu Ende.

Quelle: dpa

Göttingen. Das Schöffengericht befand den 24-Jährigen des elffachen Betruges, der Urkundenfälschung in neun Fällen, der Anstiftung zur Urkundenfälschung, des Fälschens beweiserheblicher Daten und des Verschaffens falscher amtlicher Ausweise in zwei Fällen für schuldig.

Das unter der Bezeichnung „Moneyboy“ geführte Verfahren ging früher als ursprünglich geplant zu Ende, weil die Beteiligten zuvor eine verfahrensverkürzende Absprache getroffen hatten. Auf der Grundlage dieser Verständigung hatte der Angeklagte dann die von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwürfe in vollem Umfang eingeräumt.

Demnach hatte der 24-Jährige ab Herbst vergangenen Jahres bei verschiedenen Banken unter falschem Namen mehrere Girokonten eingerichtet, die er für seine Betrügereien nutzte. Bei der Kontoeröffnung legte er jeweils einen gefälschten österreichischen Ausweis und eine gefälschte Meldebescheinigung vor. Der Angeklagte beschaffte sich zudem von illegal operierenden Akteuren im so genannten Darknet die Benutzerdaten und Passwörter von eBay-Konten und bot dann unter dem Namen der jeweiligen Kontoinhaber unter anderem nicht existierende Drohnen, Metalldetektoren und Gitarrenverstärker gegen Vorkasse an. Außerdem richtete er im Internet einen „Fake“-Shop ein, in dem er ebenfalls diverse Elektronikartikel anbot, die er gar nicht besaß, unter anderem Mischpulte, Keyboards und ein Profi-DJ-Desk. Außerdem bestellte er mit illegal beschafften Kreditkartendaten Kleidung und Küchenartikel. Beim Abholen der Waren legte er dann jeweils gefälschte Abholungsvollmachten vor.

Beamte der Göttinger Spezialeinheit „Task Force Cybercrime/Digitale Spuren“ hatten den 24-Jährigen als Urheber der Internet-Betrügereien identifiziert und Anfang April festgenommen. Seitdem sitzt er in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf in Untersuchungshaft. Das Gericht entschied, dass der Untersuchungshaftbefehl wegen Fluchtgefahr aufrechterhalten wird.

Das Gericht blieb mit seinem Urteil unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und acht Monaten gefordert hatte. Die Verteidigung hatte auf eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten plädiert.

Von Heidi Niemann

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