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Zweiter Angeklagter im Betrugsprozess um Scheinfirma legt Geständnis ab

Inhaberin nur fürs Einkaufen geeignet Zweiter Angeklagter im Betrugsprozess um Scheinfirma legt Geständnis ab

Am vierten Prozesstag gegen zwei Männer und eine Frau aus Nordhausen, die in Zorge im Südharz eine betrügerische Elektroinstallations-Firma aufgezogen haben, hat auch der zweite Angeklagte ein Geständnis abgelegt.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen/Zorge. Der 28 Jahre alte Elektriker gab vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts an, die 35 Jahre alte Mitangeklagte sei lediglich für die Gründung der Firma beim Notar und für die Eröffnung eines Kontos nötig gewesen. Ansonsten sei sie lediglich einmal zum Einkaufen geschickt worden und für die Weihnachtsfeier zuständig gewesen. Ans Telefon habe sie nicht gehen dürfen, "damit sie sich nicht mal verplappert". Schließlich hätten er und der 35 Jahre alte Mitangeklagte, Ehemann der formalen Inhaberin, alle Geschäfte erledigt und mahnende Gläubiger stets hingehalten.

Die Firma war von Beginn an auf Betrug ausgelegt. Sie war mit dem falschen Pass der 35-Jährigen gegründet worden. Einige eigene fest angestellte Mitarbeiter habe man gut bezahlt. Sie hätten zum Teil um den Schwindel gewusst. Ansonsten habe man überwiegend Leiharbeiter und Polen arbeiten lassen, denen man die Löhne schuldig blieb und deren Sozialabgaben nicht abgeführt wurden.

"Die waren also die Melkkuh?", fragte der Kammervorsitzende David Küttler. Ja, lautete die Antwort.  Zeitweise hätten er und der Mitangeklagte der Firma wöchentlich 15000 Euro entzogen. Alles sei darum gegangen, die Firma möglichst lange am Laufen zu halten. Das Trio muss sich neben Betrug, Urkundenfälschung, Vorenthalten von Arbeitsentgelt und Gründungsschwindel auch wegen Insolvenzverschleppung verantworten.

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