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Zwischen Zwiebel und Zaubernuss

Thema des Tages Zwischen Zwiebel und Zaubernuss

Frühlingsluft, Sonnenschein, trockener Boden: Jetzt ist es Zeit, Beete und Balkonkästen bereit für die Saison zu machen. Im Kleingarten wird bereits kräftig gearbeitet. Ganz so, wie es der Profi empfiehlt: Rolf Callauch, ehemaliger Kustos vom Botanischen Garten in Göttingen, gibt Tipps, wie die Blütenpracht wirklich Freude macht. Und es gibt neue Sorten: Stiefmütterchen mal ganz modern.

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Frühlingsblüher so weit das Auge reicht in der Rosdorfer Gärtnerei Constantinescu.

Quelle: Hinzmann

Grone. Violette Krokusse blühen, die Blüten der Zaubernuss verströmen ihren Duft, gelbe Primeln strecken ihre Köpfe der Frühlingssonne entgegen, grüne Zwiebeltriebe und zarter Wintersalat sprießen aus dem Boden: Im Kleingartenverein Lindenkamp hat die Saison begonnen. Fast auf allen Parzellen sind die Beete bereits ordentlich aufgelockert, die Erde für neue Pflanzungen vorbereitet. „Wir haben gestern hier klar Schiff gemacht“, sagt Vereinsvorsitzender Helmut Papke. In seinem Garten ist schon fast alles, wie es sein soll – viel Arbeit steckt darin. Denn: Man glaubt ja gar nicht, welche Muskeln man so im Körper hat“, sagt der Rentner lachend. Gartenarbeit, die halte fit und gesund, „Körper, Geist und Seele“. Die Gartenkralle, die er benutzt, um letzte Reste der Scholle aufzulockern, das „ist das Beste, was je erfunden wurde“, findet der engagierte Gärtner.

© Hinzmann

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Bei ihm blühen einige Frühblüher, die feinen Endivien haben Papkes bereits im Herbst gesät, jetzt sprießen sie aus dem Boden. Die Obstbäume – Apfel, Birne, Mirabelle – sind gestutzt und bilden bereits dicke Knospen. An die Erdbeeren müssen Papkes noch dran, die alten, brauen Blätter abzupfen. Auch die Reste der Phaceliapflanzen, die mit ihren Wurzeln den Boden düngen, müssen noch entfernt werden. Für eine sommerliche Blütenpracht im Kleingarten werden auch bei Papkes die Pflanzen erst nach den Eisheiligen ins Freie gepflanzt, dann sind sie sicher vor spätem Frost. Die Arbeit geht also nicht aus.

Ein Insektenhotel, drei Kompostplätze, ein Frühbeet, ein Gewächshäuschen, Wasserbehälter, Vogelhaus: Papkes Garten ist nicht nur vorbildlich bepflanzt, auch die Infrastruktur des Gartens ist ausgeklügelt. „Ich habe den Garten schon von meinem Vater übernommen“, sagt der Vorsitzende. 1952 wurde die Kolonie Lindenkamp gegründet, seit dem bestellen Papkes ihr kleines Stück Land. „Wir sind hier eine bunte multikulturelle Gemeinschaft“, sagt er. Zwei Drittel aller Gärten sind an Menschen aus unterschiedlichen  Nationen vermietet, Kleingärtner aus Russland, Polen oder der Türkei, alle sind dabei.

Auch einige Gärten weiter wird kräftig gewerkelt. Doch auch auf der Scholle von Lisa und Siegfried Wegner ist schon fast alles, wie es sein soll. Das kleine Nektarinenbäumchen ist von weißem Kies umsäumt, in der Erde stecken Schildchen die zeigen, dass Lisa Wegner hier bereitet Gladiolenzwieblen gepflanzt hat. „Der Knoblauch steht in diesem Jahr besonders schön“, freut sich Siegfried Papke. Die Goldfische, mit einem Netz vor dem Zugriff der Reiher aus dem Levinpark geschützt, schwimmen munter in ihrem Teich herum. Bevor die beiden Rentner weiter ihren Garten auf Vordermann bringen, muss aber erst einmal die Deutschlandfahne an den Mast. „Damit jeder sieht, wir sind wieder hier“, sagen Lisa und Siegfried Wegner.

Bellis ab ins Beet
Garten-Experte Rolf Callauch gibt Tipps, was jetzt gepflanzt wird

Garten-Experte Rolf Callauch gibt Tipps, was jetzt gepflanzt wird

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Göttingen. Die Sonne scheint, die Temperaturen sind frühlingshaft, die Parkplätze der Gartencenter gefüllt: Der Winter scheint Geschichte und damit steigt die Laune auf bunte Blumen im Garten und auf dem Balkon. Was wird jetzt gepflanzt und was muss warten? Der ehemalige Kustos des Botanischen Gartens der Universität Göttingen, Rolf Callauch, rät erst einmal zu Pflegearbeiten. „Die braunen Reste aus dem Vorjahr sollten entfernt werden, jetzt sprießt ja schon das erste Grün“, sagt der Fachmann. Im Staudenbeet sollten alle alten Pflanzenreste abgeschnitten werden. Lavendel beispielsweise. Aber für den Schnitt gelte: „Es ist jetzt höchste Eisenbahn für den Nachschnitt knapp über dem Boden. „Aber Vorsicht bei den Kletterpflanzen“, sagt er. Denn den Clematis sollte man jetzt nicht mehr schneiden. Ausnahme:  „Der gelbe, spätblühende, den darf man auch jetzt noch schneiden“, sagt Callauch.

Er legt Wert darauf, dass alles ordentlich vorbereitet ist. „Das ist eine wichtige Maßnahme“, sagt er.  Dazu sollte jeder Gärtner warten, bis der Boden trocken ist. Das sei ganz wichtig. Dann muss die Oberfläche der Beete aufgelockert oder leicht umgebrochen werden. Auch in den Kästen und Töpfen auf Balkon und Terrasse sollten Hobbygärtner jetzt die Erde auflockern und die Behälter mit etwas frischer Gartenerde auffüllen. In die so vorbereitete Erde kann dann ausgesät werden. Jetzt, zu Beginn der Saison empfiehlt Callauch beispielsweise Radieschen, Rettich, Pflücksalat und Steckzwiebeln.

Auch wer  es bunt und blumig mag, muss nicht bis zu den Eisheiligen warten. Laut Bauernregel wird das milde Frühlingswetter erst mit Ablauf der „kalten Sophie“  am 15. Mai stabil.  

Frühlingsgefühle für Beet und Balkonkasten liefern derzeit Stiefmütterchen in allen Farben. Callauch setzt auch auf Hornveilchen „die machen alles mit“, auf stängellose Primeln und auf Bellis (Gänseblümchen). „Diese Sorten sind recht frostsicher“, sagt der Wissenschaftler. Beim Kauf sollten Kunden aber drauf achten, dass die Pflanzen möglichst aus Freilandzucht stammen, Supermarktpflanzen, die in warmen Treibhäuser gezogen wurden, seien deutlich empfindlicher.
Um den ganzen Sommer über Blütenpracht genießen zu können, müssen Beet und Balkon gut geplant sein. „Gladiolen und andere sommerblühende Zwiebelpflanzen kann man jetzt schon versuchen, in die Erde zu bringen“, sagt Callauch. Dahlien beispielsweise können Gärtner jetzt bereits in breiten Töpfen auslegen und nach den Eisheiligen ins Beet bringen. „Die müssen aber frostfrei stehen“.  Alles andere, was dauerhaft blühen soll, darf laut Callauch erst nach den Eisheiligen ins Freiland gepflanzt werden. Dann aber hat man beispielsweise von Geranien die ganze Saison über Freude. bib

 
Frisch gezüchtet: Neue Sorten

Hann. Münden. Blühende Garten- und Balkonpflanzen gehören einfach zum Sommer dazu. Dafür, dass es immer einmal wieder Abwechslung in den Rabatten gibt, sorgt auch ein Unternehmen aus der Region: Die Mündener Firma Benary gehört nach eigenen Angaben heute zu den weltweit führenden Züchterhäusern. „Bei einem Exportanteil von über 85 Prozent, beliefert Benary den internationalen Großhandel in über 120 Ländern auf allen Kontinenten mit Saatgut“, sagt Pressesprecherin Gundula Wagner.

Sie weiß auch, welches die die beliebtesten Gartenblumen der Deutschen sind: „Im Frühjahr sind das nach wie vor farbenfrohe Stiefmütterchen“, sagt sie. Einige großblütige Sorten, wie „Inspire_Plus“  und „Inspire_DeluXXe“ seien aber auch  für den Herbst sehr gut geeignet. Und: „Die beiden Stiefmütterchen-Serien von Benary sind in dieser Saison ganz neu auf dem Markt.“ Wagner beobachtet auch, dass die kleinen Hornveilchen immer beliebter werden.

Auch der Blütengeschmack unterliegt Trends: „Heute sind fertig bepflanzte Kübel mehr gefragt“, so die Pressesprecherin. „Einfach auf die Terrasse stellen, und fertig ist die Freude“, sagt sie. Immer mehr Menschen hätten ja immer weniger Zeit. Prachtvolle Kübel und Blumenampeln seien voll im Trend. Dazu gehören auch die beliebten Begonien, wie die Benary „BIG-Begonia“, eine Riesen-Begonie, die bis zu 80 Zentimeter groß wird. „Diese Begonie ist vor allem in China, Russland, den USA und Europa äußerst beliebt“. bib

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