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Zwölf Jugendfeuerwehren feiern 45jähriges Bestehen

Orientierungsmarsch und Übungen Zwölf Jugendfeuerwehren feiern 45jähriges Bestehen

Mehr als 100 Nachwuchs-Feuerwehrleute haben am Sonnabend ihre feuerwehrtechnische Leistungsfähigkeit einschließlich Orientierungsmarsch unter Beweis gestellt. Die Besten kamen aus Holtensen.

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Quelle: Heller

Göttingen. Der Fahrer des kleinen Busses hatte einen Unfall. Mit gekonnten Bewegungen holen Antonia und Juliana den Versehrten aus dem Fahrzeug, leisten Erste Hilfe und bringen ihn in die stabile Seitenlage.  Die beiden Mädchen sind gerade erst 15 Jahre alt, aber jeder Griff sitzt. Kein Wunder: Retten, Helfen, Bergen steht bei ihnen jeden Freitag auf dem Programm, wenn sie sich bei der Jugendfeuerwehr Groß Ellershausen treffen.

Dass sie ihr Hobby ernst nehmen, beweisen sie bei dieser Rettungsübung, an der sie mit zwölf anderen Jugendfeuerwehren aus Stadt und Kreis Göttingen teilnehmen. Die feuerwehrtechnischen Übungen sind mit einem gut sechs Kilometer langen Übungsmarsch verbunden. Anlass ist das 45-jährige Bestehen seiner Jugendfeuerwehr – und mehr als 100 Jugendliche im Alter von zehn bis 17 Jahren feierten mit. Organisiert wurde alles von Groner Jugendfeuerwehrwart Helge Montag und 35 Helfern. Unterstützung gab es auch von der Feuerwehr Hetjershausen und der Johanniter-Unfallhilfe.

Antonia und Juliana ziehen mit ihrem Mädchenteam zur nächsten Station. Inzwischen haben Jannica und Lea gezeigt, wie ein Druckverband angelegt wird. „Der Straßenname hat fünf Buchstaben… Biegt links ab... hinter der Baumschule ist ein Rückhaltebecken…“ Die Mädels arbeiten sich durch die Route und erreichen schnell die nächste Station. Dort gilt es, in kürzester Zeit Muttern aufzuschrauben. „Diese Übung ist wichtig, wenn beispielsweise Verteiler aufgedreht werden müssen, um an Wasser zu kommen“, erklärt Sophia Mustroph. 

Sie ist Jugendfeuerwehrwartin in Groß Ellershausen und begleitet ihre Gruppe bei dieser Übung, auch sonst ist sie immer mit von der Partie. Sie liebt die Arbeit mit den Jugendlichen und achtet bei den Treffen auf ein abwechslungsreiches und ausgewogenes Programm. „Wir gehen auch Kegeln oder Schwimmen“, erklärt die 23-jährige. Praktische Übungen und Theorie stehen jedoch im Vordergrund. Das macht den Jugendlichen aber nichts aus, dafür sind sie ja bei der Feuerwehr. „Mir machen Übungen wie der Löschangriff am meisten Spaß“, findet Antonia. Und Lea schwärmt vom jährlichen Highlight: „Jedes Jahr kommen zwischen 300 und 600 Jugendliche zum großen Zeltlager.“

An einer Station trifft die Mädchengruppe auf Organisator Helge Montag. Er ist mit Dagmar Sarkowsky, der Stadtrat-Ausschussvorsitzenden für Finanzen und Feuerwehr, und Stadtbrandmeister Holger Lehrum unterwegs und zeigt ihnen Konzept und einzelne Stationen. Beiden Funktionsträgern kommt dieser Austausch sehr gelegen: „Gestern ist von der Feuerwehr der Haushalt für 2016 eingebracht worden, über den der Rat beraten muss.“ Dagmar Sarkowsky freut sich über die Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild machen zu können.

Helge Montag nutzt die Gelegenheit, eine Übung mit einem hydraulischen Spreizer zu demonstrieren. Dieser wird eigentlich zum Öffnen von Unfallwagen eingesetzt, doch jetzt gilt es, mit Wasser gefüllte Becher zu greifen und in einem Eimer zu leeren. Dabei ist viel Feingefühl gefragt.

Die Mädchen haben noch eine Station vor sich, dann erreichen sie erfolgreich das Ziel und erkämpfen den vierten Platz. Vor ihnen belegen die Teams der Jugendfeuerwehren Kalteneber (3), Grone (2)  und Holtensen (1) die ersten drei Plätze.

Von Karin Westphal

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