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Zwölftklässler des Otto-Hahn-Gymnasiums lassen ihr Knochenmark typisieren

Typisierung Zwölftklässler des Otto-Hahn-Gymnasiums lassen ihr Knochenmark typisieren

„Solange ich nicht gucken muss, ist es schon okay“, sagt die 18-jährige Jana Otto und schaut starr zur Seite, während Rettungsassistentin Frauke Linneweh ihr Blut abnimmt. Otto ist Schülerin in der zwölften Klasse des Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG) in Göttingen. Zusammen mit 69 weiteren Schülern lässt sie ihr Knochenmark typisieren. 

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Lieber woanders hingucken: Jana Otto lässt sich von Frauke Linneweh Blut abnehmen.

Quelle: Christoph Mischke

Für die Typisierung muss eine kleine Blutprobe entnommen werden, erklärt Hans Neumeyer, ärztlicher Leiter der Knochenmark- und Stammzellspenderdatei Göttingen (KMSG). Im Labor werden anhand der Blutproben die wichtigsten Gewebemerkmale des potenziellen Stammzellenspenders bestimmt. „Das Ergebnis der Typisierung wird dann anonym in das zentrale Knochenmarkspender-Register in Ulm gegeben“, sagt der promovierte Mediziner. Dort stehen die Daten dann all jenen Patienten zur Verfügung, die auf einen passenden Lebensspender warten. Eine Knochenmarktransplantation ist vor allem bei Blutkrebs, der Leukämie, notwendig, da das erkrankte Knochenmark des Patienten durch Bestrahlungen oder Chemotherapie zerstört wird. Er ist dann auf neues, gesundes angewiesen.

Schüler organisiert Aktion

Organisiert wurde die Typisierung am OHG von Schüler Lukas Körbel. Der 18-Jährige geht in die 13. Klasse des Gymnasiums und steht kurz vor dem Abitur. Seit knapp zwei Jahren engagiert er sich bei den Johannitern. Dort sei ihm auch die Idee zu der Aktion an seiner Schule gekommen: „Ich habe schon selbst an einer Typisierung teilgenommen und war sehr angetan. Deshalb dachte ich, dass vielleicht auch Mitschüler von mir Lust haben zu helfen.“ Zusammen mit Biologielehrerein Ursula Bollenbach hat er die Aktion am OHG dann geplant. 

Der Labortest kostet laut Neumeyer 50 Euro pro Person. Allerdings werden die Kosten weder vom Staat noch von den Krankenkassen übernommen. Damit auf die 70 Schüler des OHG keine Kosten zukommen, wird die Typisierungs-Aktion komplett aus Spenden finanziert. „Wir möchten solche Typisierungen gerne noch an anderen Schulen durchführen“, erklärt Neumeyer. Aber dafür sei man auf Geldspenden angewiesen.

Die Zwölftklässler sind von der Aktion begeistert. „Ich finde es wichtig, anderen zu helfen“, sagt die 18-jährige Vanessa Ludwig. Und auch Jana Otto freut sich: „Ein Menschenleben retten und dafür nichts zu riskieren: Das ist schön.“

Infos über die KMSG unter www.kmsg.med.uni-goettingen.de.

                                                                                                                                                Von cob

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