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Güterzug entgleist in Obernjesa bei Göttingen

Waggon springt aus Gleisen Güterzug entgleist in Obernjesa bei Göttingen

Zerstörte Oberleitungen und Signale, umgerissene Stahlmasten und ein Teppich aus aufgeplatzten Getränkedosen: Mitten in dem Göttinger Vorort Obernjesa sind in der Nacht zu Sonntag zwei Güterwaggons entgleist und einer davon umgestürzt.

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Zugunglück in Obernjesa bei Göttingen.

Quelle: Heller

Obernjesa. Auf der Seite liegend wurde der Wagen gut 1000 Meter mitgeschleift, bis der Zug stoppen konnte.Verletzt wurde niemand.

Auf der Unfallstrecke wurden auch die Schranke eines weiteren Bahnübergangs abgerissen und Gleisanlagen zerstört. Die Unglücksursache ist noch ungeklärt. Experten der Bahn und der Bundespolizei ermitteln. Die Eisenbahnstrecke Göttingen–Eichenberg ist gesperrt.

Der Übergang am alten Bahnhof gleicht auch am Sonntagmorgen noch einem Trümmerfeld. Zwischen den geschlossenen Schranken liegt die völlig verbogene Seitenwand eines Waggons, überall fliegen verbeulte und aufgerissene Aluminiumdosen herum. Es riecht nach Gummibärchen – der Duft des ausgelaufenen Energie-Drinks der Marke Red Bull in den Pfützen.

Ein ähnliches Bild an der Strecke Richtung Göttingen: Oberleitungsmasten, die wie geknickte Streichhölzer über die Gleise ragen oder in der Böschung liegen, Schleifspuren im Beton einer Brücke.

Güterzug Nummer 49 152

Der Güterzug mit der Nummer 49 152 der Bahntochter Schenker war mit 35 Waggons unterwegs von Gießen nach Seelze. Geladen hatte er unter anderem tausende gefüllte Getränkedosen. Nach ersten Ermittlungen entgleisten die Wagen 12 und 13 gegen 3 Uhr in einer Linkskurve kurz vor dem Bahnübergang im Ortskern.

Wagen 12 habe sich dann offenbar an einer Weiche verhakt und sei gekippt, so Detlef Lenger, Sprecher der Bundespolizeidirektion Hannover.

Direkt am Übergang riss die rechte Waggonwand auf, die herausgeschleuderte Ladung verteilte sich auf einer Fläche von rund 1000 Quadratmetern neben den Gleisen. Die Strom führende Oberleitung wurde teilweise heruntergerissen. Es dauerte Stunden, bis Feuerwehrmitglieder aus Obernjesa und Rosdorf und weitere Helfer die Gleise sicher betreten konnten.

Zugunglück in Obernjesa: Mitten in dem kleinen Ort südlich von Göttingen ist ein Güterwaggon aus den Gleisen gesprungen und auf die Seite gekippt.

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„Erst hat der Boden vibriert, dann rauschten einige Waggons ganz normal an uns vorbei – und plötzlich sprühten überall Funken, oben und unten.“ Doreen Dwenger stand mit einer Freundin im Auto an der Schranke, als der entgleiste Zug quietschend und krachend an ihr vorbei rutschte.

Der Schreck sitzt der 18-Jährigen noch immer in den Knochen: „Wir können von Glück sagen, dass uns nichts durch umherfliegende Teile passiert ist.“

D. Dwenger

D. Dwenger

Quelle:

Dass der gekippte Waggon zwischen den anderen Wagen auf der Schiene mitgeschleift wurde, sei außergewöhnlich, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. In den meisten Fällen reiße ein gestürzter Wagen an mindestens einer Deichsel ab. Dann wäre das tonnenschwere Geschoss vermutlich in das besetzte Stellwärter-Häuschen am Bahnübergang geschleudert.

Wie lange es dauern wird, bis die „massiven Schäden“ repariert sind, sei völlig offen, so der Bahnsprecher weiter. Die Regionalverbindung zwischen Göttingen und Eichenberg bleibe „sicher einige Tage“ gesperrt. Betroffen sind die Verbindungen Göttingen–Erfurt und Göttingen–Bebra der Cantus-Gesellschaft. Für Reisende wurde zwischen Göttingen, Heiligenstadt und Eichenberg ein Busverkehr eingerichtet.

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