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Ufos, Cityklos und Ortsräte

Wochenendkolumne Ufos, Cityklos und Ortsräte

Langweilig wird es einem Journalisten nie. Dafür sorgen viele liebe Mitmenschen. Und sei es nur ein selbsternannter Kulturschaffender, der den Göttingern einen Ufo-Landeplatz verschaffen möchte. Etwas aus der sehr, sehr langen Liste von Dingen, die die Welt nicht braucht.

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Tageblatt-Chefredakteurin Ilse Stein.

Quelle: Theodoro da Silva

Selbst eine schon recht erfahrene Redaktion benötigte einige Zeit, um festzustellen, dass es sich nicht um einen Rosenmontag-Witz oder gar einen vordatierten April-Scherz handelte. Ernsthaft kommentieren wollte dieses schrille Thema dann auch niemand.

Weshalb mir das Vergnügen bleibt, schlicht und einfach darauf hinzuweisen, dass wir keinen Ufo-Landeplatz benötigen, da wir doch schon den hinreichend großen und hinreichend unbenutzten Flughafen Kassel-Calden vor der Haustür haben. Dort landend, könnten ja die Kasselaner dann den Aliens rote Fußmatten auslegen – womit wir in Göttingen bekanntlich Probleme haben.

Auch die in Göttingen bald fehlenden öffentlichen Toiletten dürften dort kein Thema sein. Dafür aber in der Stadt an der Leine schon. Denn wieder einmal haben wir es mit einer tollen Idee der Verwaltung zu tun. Zuletzt war es die mit der einheitlichen Farbe für alle Sonnenschirme innerhalb des Walls – wozu man die betroffenen Wirte sicherheitshalber nicht vorab befragte.

Ebensowenig wie jetzt zu der Idee, die Gastronomen sollten künftig für jeden Stadtbesucher – und nicht nur für Gäste – entsprechend saubere und möglichst noch behindertengerechte Toiletten dazu, zur Verfügung stellen. Darauf kann nur kommen, wer sich noch nie in Göttingens Kneipen umgeschaut hat. Die Toiletten findet man zumeist in Kellern oder im ersten Obergeschoss. Behindertengerecht ist so gut wie keine.
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Was kommt wohl als nächstes? Neues jedenfalls nichts. Die Grünen haben mal wieder in den Topf mit den Ideen der letzten 20 Jahre gegriffen und entdeckt: Wir benötigen mehr Ortsräte! In der Innenstadt, auf dem Holtenser Berg, in der Südstadt. Olle Kamelle!

Gefühlt alle drei Jahre mal wieder auf die Tagesordnung gebracht, tausendfach durchdiskutiert und letztlich ebenfalls in der Rubrik abgelegt: Dinge, die die Welt nicht braucht. Die Bewohner der besagten Gebiete haben so etwas übrigens nie ernsthaft vermisst.

Zumal Ortsräte heute höchstens noch diskutieren dürfen, ob sie die ihnen verbleibenden Mittel für eine einzelne Sitzbank ausgeben möchten oder lieber für die Ehrung verdienter Senioren. Schön, dass wir mal wieder drüber geredet haben.

Nicht gerade neu ist auch die Idee mit dem Weltfrauentag, den wir am heutigen Sonnabend begehen. Den haben vor 104 Jahren knapp 100 Frauen aus 17 Nationen auf der sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen ins Leben gerufen. Seit 1921 gibt es das einheitliche Datum 8. März.

Ziel: rechtliche, politische und soziale Gleichstellung von Frauen. Wobei da die Frauenfront sich in etwa so einig ist wie bei der Beurteilung des Muttertages: gar nicht!

Immerhin 200 Frauen werden zu einer machtvollen Demonstration heute in der City erwartet. Wobei sie Diskotheken, Banken und was weiß ich noch welche Institutionen mit Argumenten beschallen wollen. Zu schade, dass an Sonnabenden dort bekanntlich niemand anzutreffen ist. (Und ja, das Schreiben der Frauenbeauftragten zu dieser Sicht auf die Frauenfrage könnte ich mir gleich auch noch selbst schreiben!)

Dann doch lieber einen Blick auf wirklich interessante Ideen. Unter anderem auf die Verleihung des Friedenspreises heute in der Aula am Wilhelmsplatz – der sicher durch die Frauendemo auch gestört werden wird. Im Gegensatz zur Aktion am morgigen Sonntag in der Stadthalle. Hier gibt es Kunst zugunsten von Kunst. Eine ebenso simple wie funktionierende Idee. Davon bitte mehr....

Von Ilse Stein

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