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Umfrage: Jeder zweite Fahrschüler hat Angst

„Runder Tisch“ Umfrage: Jeder zweite Fahrschüler hat Angst

Jeder zweite Fahrschüler aus Stadt und Kreis Göttingen hat Angst während der tägliche Busfahrt zur Schule – oder hält sie zumindest für „unsicher“. Das hat die große Befragung des Kreis- und Stadtelternrates bei Eltern und Schülern ergeben.

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Täglicher Stress: Gedrängel an der Haltestelle und dann im Bus auf Stadt und Überland-Linien. Jetzt zeigen Umfragedaten, wo es besonders schlimm ist.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Die häufigsten Ursachen für diese Empfindungen: überfüllte Busse (49,6 Prozent), zu alte Busse (25,7 Prozent) und rücksichtslos fahrende Busfahrer (15,2 Prozent). Nur 43,4 Prozent halten die Busse, die im Linien- und Schülerverkehr unterwegs sind, für sicher.

Dass nicht alles ideal läuft bei der Schülerbeförderung im Kreis Göttingen, wissen auch die meisten Schulpolitiker im Kreistag. Dass die Ergebnisse aber so deutlich negativ ausfallen werden, überraschte sie am Donnerstag bei der Präsentation doch. „Katastrophal“, kommentierte unter anderem Eckhardt Fascher (Linke) die Zahlen.

Und die basieren auf einer recht soliden Datenbasis, versicherte Alexander Magerhans, lehrender Marktforscher an der Fachhochschule Jena und Management-Berater aus Dransfeld. Mit seinem Team hat er 2827 Antwortbögen ausgewertet, die nach einem Aufruf der Elternräte 2011 per Internet und über die Schulen ausgefüllt zurückgekommen waren.

500 Kinder und Jugendliche müssen täglich stehen

Das sei bei mehr als 13 500 Fahrschülern täglich „eine sehr gute“ und brauchbare Rücklaufquote von etwa 20 Prozent, so Magerhans. Auch die vom Elternrat zusammengestellten Fragen bildeten eine gute Basis.

Neben den Aussagen zum Sicherheitsempfinden haben es auch die anderen Ergebnisse in sich. Mehr als 70 Prozent der Schüler (und Eltern) gaben an, dass sie im Bus einen Sitzplatz finden (75 Prozent morgens, 72,6 Prozent mittags, 77 Prozent nachmittags). „Das klingt positiv“, so der Marktforscher. Das bedeute umgekehrt aber auch, dass etwa 25 Prozent und damit etwa 500 Kinder und Jugendliche täglich auf allen Schulfahrten stehen müssten.

499 Antwortbögen enthielten zusätzliche und selbst formulierte Beschwerden: Danach beklagen sich 17,8 Prozent über unpünktliche Busse , 16 Prozent über unfreundliche Busfahrer und 7,6 Prozent über Gedrängel im Bus . Zitat aus einer Antwort: „Einzelne Busfahrer diffamieren immer wieder sehr beleidigend die Kinder, um Ruhe und Disziplin zu bewirken. Dabei werden Ausdrücke verwendet, die nicht tolerierbar sind.“

Eine weitere Beschwerde, die die Schulpolitiker erschreckte: 8,2 Prozent geben an, dass Kinder häufig an Bushaltestellen stehen gelassen werden, weil der Bus voll ist.

1052 Bögen enthielten auch Verbesserungsvorschläge und Wünsche: mehr Busse einsetzen (27,9 Prozent), Schul- und Fahrzeiten besser aufeinander abstimmen (11,4 Prozent), mehr Busverbindungen einrichten (9,6 Prozent), direktere Verbindungen schaffen (8,9 Prozent).

Ein "Runder Tisch" für Veränderungen

Dass diese Ergebnisse jetzt vorliegen, ist dem hartnäckigen Drängen des Kreiselternrates zu verdanken. Er hatte nach dem Start seiner Aktion nicht mit so einem großen Rücklauf gerechnet und war mit der Auswertung personell und finanziell überfordert. Auch die Kreisverwaltung lehnte ab.

Dann schaltete sich die Politik ein und stellte Geld für die Auswertung zur Verfügung. Magerhans (Beratungsgesellschaft Almadra) erklärten sich dazu bereit  – „für den Schnäppchenpreis von 2380 Euro“, so Elternratssprecher Ralf Wahrhusen.

Damit sich jetzt auf dieser Basis auch etwas ändert, will der Ausschuss mit Vertretern der Busunternehmer, des Zweckverbandes für den ÖPNV, der Schulen und Schüler einen „Runden Tisch“ zusammenbringen. Denn auch wenn die Befragung schon fast zwei Jahre her ist, sind sich alle einig, dass die Situation heute kaum anders sein dürfte.

Detaillierte Ergebnisse – auch für Gemeinden und Schulen – gibt es ab Montag im Internet auf  kreiselternrat-goettingen.de

46,6% der Schüler halten Busse für unsicher | Create infographics

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