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Ungewisse Zukunft für Bürgerstraße 50a

Diskussion um Wohnheime Ungewisse Zukunft für Bürgerstraße 50a

Die Wohnraumintiative Göttingen hat ein Etappenziel erreicht: Nach ihrer öffentlichen Kritik am Studentenwerk hat dieses in der vergangenen Woche klar gemacht, keine Pläne und Strategien für die Schließung kleinerer Wohnheime zu haben.

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Bürgerstraße 50a: Hier gibt es zehn Wohnheimsplätze. Wie lange noch, ist ungewiss. Im alten Gebäude stehen Sanierungen an, das Studentenwerk zögert. Mietverträge laufen bis 2014.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Auch wenn in kleinen Wohnheimen die Unterhaltungskosten für einen Wohnheimplatz ungleich höher seien als in den großen Wohnheimen.

Konkrete Vergleichszahlen nannte der Geschäftsführer des Studentenwerkes, Jörg Magull, aber nicht.

Hubert Merkel, Vorstandsvorsitzender des Studentenwerkes, machte das am Wohnheim in der Bühlstraße 28 fest, das noch bis Ende des Jahres vom Studentenwerk vermietet wird. Hier hätten die Kaltmieten nicht für Sanierungen ausgereicht. In größeren Objekten, so Magull, sei es leichter, die Mieten zu halten. Das Ziel sei es, „sozial verträgliche“ Mieten anzubieten, so Merkel.

Magull schränkte allerdings die allgemeine Zusage für die kleinen Wohnheime ein: Die Zukunft des kleinen Wohnheims Bürgerstraße 50a mit zehn Plätzen ist ungewiss. Das Haus aus dem 19. Jahrhundert müsse dringend saniert werden. Es werde geprüft, ob sich eine kostspielige Sanierung für das Studentenwerk wirtschaftlich rechne. „Die jetzigen Mietverträge sind bis 2014 begrenzt“, sagt Magull.

Auch wisse man nicht, so Magull, was die Universität mit den drei Gebäuden Humboldtallee 9 und 14 sowie Geiststraße 11 in ihrem Besitz vorhat. Diese nutzt das Studentenwerk derzeit als Wohnheime. Uni-Sprecher Romas Bielke betont gegenüber dem Tageblatt, dass sich an dieser Nutzung nichts ändern werde. Andere Pläne gebe es auf Seiten der Uni derzeit nicht.

Die Wohnrauminitiative hatte zudem bemängelt, dass das Studentenwerk das Wohnheim in der Geiststraße 10 mit mehr als 60 Plätzen 2010 geschlossen hat – „offiziell auf Grund des auslaufenden Nutzungsvertrages mit der Universität“. „Seitdem steht das Gebäude ungenutzt leer“, so die Kritik der Initiative. Hier, so erklärt Bielke, plane die Uni gerade die Nachnutzung. „Dort werden voraussichtlich Forschungsprojekte einziehen“, sagt Bielke.

Geiststraße 4 / 5: Hier und in der Geiststraße 11a wohnen insgesamt 127 Studenten.

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Unterdessen halten die Landtagsabgeordneten Gabriele Andretta (SPD), Stefan Wenzel (Grüne) und Harald Noack (CDU) die von Magull geforderte Wiederaufnahme der niedersächsischen Studentenwerke in den sozialen Wohnungsbau für „sinnvoll“.

Die Dringlichkeit sei nicht erst seit heute gegeben, sagt Andretta. Sie verweist auf einen Entschließungsantrag, den ihre Fraktion schon im Frühjahr 2011 in die Beratung eingebracht hatte. Darin wurde die Landesregierung aufgefordert, zusätzliche Wohnheimplätze zu schaffen. Nach Rechnung der SPD fehlen landesweit 1500 Plätze. Zudem sollten die Studentenwohnheime in den Förderkatalog des niedersächsischen Wohnraumförderungsgesetzes aufgenommen werden.

Der Antrag wurde „abgeschmettert“. „Die Ignoranz der Landesregierung ist einmalig“, sagt Andretta vor dem Hintergrund des doppelten Abiturjahrgangs und wegfallender Wehrpflicht. Das Problem werde ausgesessen. Andretta fordert ebenso bessere Kreditbedingungen für die Studentenwerke.

Wenzel erläutert: „Der gesamte Bereich gehört auf den Prüfstand, weil auch die demografische Entwicklung und die energetische Sanierung zu ganz neuen Anforderungen führen.“ Sinnvoll sei auch die Unterstützung von genossenschaftlichen Modellen. „Bezahlbarer Wohnraum ist für Universitätsstädte wie Göttingen eine zentrale Herausforderung“, sagt Wenzel.

Das Studentenwerk Göttingen sei mit einer Versorgungsquote von gut 17 Prozent deutlich besser als der Bundesschnitt, es zeige sich aber, dass das Angebot zu klein sei. Auch die von Magull geforderte Aufhebung des Kooperationsverbotes zwischen Bund und Ländern bei Bildungsfragen sei überfällig. Der Bund müsse sich angesichts klammer Länderkassen finanziell stärker für Bildungsaufgaben engagieren.

Noack widerspricht: „Magull, der SPD-Mitglied ist, versucht zu Unrecht, seine Versäumnisse und in Teilbereichen mangelhafte Konzeptionen der niedersächsischen Landesregierung in die Schuhe zu schieben und darüber hinaus das Kooperationsverbot des Grundgesetzes für eine Mischfinanzierung der Hochschulen durch Bund und Länder auszuhebeln.“ Noack sieht konkret keine Veranlassung, dass das Land sich beim Wohnheimbau und der Unterhaltung der Wohnheime beteiligen könnte oder gar sollte.

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Linke erkundigt sich

Die Diskussion um Plätze in Studentenwohnheimen geht weiter. Patrick Humke, Göttinger Landtagsabgeordneter der Linken, hat gemeinsam mit Victor Perli eine kleine Anfrage im Landtag angekündigt. Angesichts doppelter Abiturjahrgänge und dem Wegfall der Wehrpflicht interessieren die Zahl der Anträge auf einen Wohnheimplatz zum Beginn des Wintersemesters, die Zahl der positiven Anträge und die Zahl der Ablehnungen sowie die Wartezeit für einen Platz.

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