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Uniklinik Göttingen: Wachmann vergreift sich an 16-jähriger Patientin

„Snoozle-Raum“ Uniklinik Göttingen: Wachmann vergreift sich an 16-jähriger Patientin

 „Snoezelen ist eine Form der Tiefenentspannung, bei der in einem speziell dafür eingerichteten Raum eine Vielfalt sensorischer Anregungen geboten wird.“ Das schreibt die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) im Jahresbericht über den „Snoozle-Raum“ seiner Kinderklinik. Was in der Nacht zum vergangenen Montag darin geschah, waren sensorische Anregungen, die kein junger Mensch braucht.

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Osteingang des Uni-Klinikums: Hier unter den Räumen des Kinderklinikums darf draußen vor der Tür geraucht werden.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Das Gegenteil von Entspannung: Der sexuelle Übergriff eines Klinik-Wachmanns gegen eine unter Medikamenteneinfluss stehende 16-jährige Patientin. Vorerst ist die Polizei vorsichtig: Sie bestätigt lediglich Ermittlungen wegen Beleidigung mit sexuellem Hintergrund gegen einen 35 Jahre alten Mitarbeiter der Wachfirma des Universitätsklinikums.

Diese basieren auf der Strafanzeige der Eltern des Kindes. Auch die Universitätsmedizin bestätigt den Fall. Von dem Mitarbeiter der Tochterfirma habe man sich sofort getrennt, sagt UMG-Sprecher Stefan Weller. Nicht, weil man ihn vorverurteile, sondern weil er gegen die Anweisung verstoßen habe, im Haus angetroffene Patienten ausschließlich mit zwei Personen Begleitung auf ihre Stationen zurück zu führen.

Laut Schilderung des Mädchens aus Nordosthessen ist dies passiert: Sie habe, von Schlaflosigkeit und starken Schmerzen angetrieben, tief in der Nacht die Station verlassen, um zu rauchen. Ein Mitarbeiter des Wachdienstes habe sie angesprochen und angeboten, sie zur Raucherecke zu führen. 

„Zum Glück ist es nicht zum Äußersten gekommen“

Tatsächlich aber habe er sie erst auf ein Vordach, danach in den sogenannten Snoozle-Raum geführt. Snoozelen stammt aus dem Niederländischen und steht für „dösen“, „schnüffeln“. Hier habe er sie auf ein Bett gedrückt und sie sexuell bedrängt. In der Anzeige heißt es, er habe Küsse auf Nase, Wange und Stirn erzwungen.

Mutmaßlich, weil er den Einfluss der Medikamente erkannt habe, habe er das Mädchen schließlich auf sein Zimmer gebracht. „Zum Glück ist es nicht zum Äußersten gekommen“, schreibt die Mutter des Mädchens: „Wenn man in einem Krankenhaus keine Sicherheit mehr finden kann, weil die, die diese Sicherheit gewährleisten sollen, sich als Gefahr darstellen – wo sind unsere Kinder noch sicher?“

Die Tochter habe „völlig aufgebracht und stark weinend“ sofort die Eltern angerufen. Das Stationspersonal, so Uni-Sprecher Weller, habe korrekt gehandelt und von sich aus die Polizei gerufen. Der Wachmann – er ist nicht einschlägig bekannt – schweigt zu den Vorwürfen.

Zu seiner Entlassung heißt es: Weil im ganzen Klinikgebäude nicht geraucht werden darf, hätte man die Patientin vor die Tür begleiten dürfen. Dann aber hätten zwei Wachleute Sorge tragen müssen, dass die Patientin wohlbehalten auf die Station kommt.

Snoozle-Raum nicht auf Station

Der sogenannte Snoozle-Raum, in dem ein Wachmann sich einer 16 Jahre alten Patientin unsittlich genähert hat, gehört nicht zum stationären Versorgungsbereich der Universitätskinderklinik. Das teilte die Universitätsmedizin Göttingen am Freitag mit. Der nur tagsüber geöffnete Therapieraum sei öffentlich nicht zugänglich. Auch sei die 16-Jährige keine Patientin der Kinderklinik gewesen.

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