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Verbrauch verdreifacht: Brennholz in der Region Göttingen wird knapp

Heizen mit Holz im Trend Verbrauch verdreifacht: Brennholz in der Region Göttingen wird knapp

Heizen mit Holz liegt im Trend, nicht nur wegen der rasant steigenden Energiepreise. Besitzer eines Kachel- oder Kaminofens schätzen auch die besondere Atmosphäre. Der Rohstoff wird jedoch knapp: „Der Brennholzverbrauch hat sich verdreifacht, wir stoßen an unsere Kapazitätsgrenzen“, sagt Axel Pampe, Leiter des Forstamtes Reinhausen der Niedersächsischen Landesforsten.

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Heizt sein Haus mit Holz aus der Region: Matthias Bringmann aus Sattenhausen.

Quelle: Hinzmann

Reinhausen / Göttingen. Ihren Stammkunden wollen die Landesforsten dennoch die Holzbeschaffung erleichtern: Bereits gefällte Bäume werden künftig am Wegrand zur Weiterverarbeitung aufgestapelt.

Rund 700 Holzofenbesitzer , sogenannte Holzwerber, versorgen sich allein in den Forstämtern Reinhausen und Münden. Rund 20 000 Kubikmeter Brennholz werden jährlich aus den Wäldern zwischen Kassel, Göttingen und dem Eichsfeld geholt. Da die Landesforsten den Anspruch haben, „nachhaltig“ zu wirtschaften – also weniger Holz zu ernten, als nachwächst –, sind dem Verkauf Grenzen gesetzt: „Wir können neue Kunden eigentlich nur als Nachrücker annehmen“, betont Pampe.

„Wir stellen auf Holzvergaser um“

Zu den altgedienten Holzwerbern gehört Matthias Bringmann aus Sattenhausen. Seit etwa zwölf Jahren fährt er jeden Winter mit zwei Freunden in den Wald, um sich mit Brennmaterial für die hauseigene Heizungsanlage einzudecken. „Wir stellen auf Holzvergaser um“, erzählt der 45-Jährige. Bringmann nutzt den neuen Service: Am Kerstlingeröder Feld liegt ein Holzstapel für ihn bereit.

Bis zu 35 Raummeter (1,4 Raummeter sind etwa ein Festmeter) benötigt er jährlich, um sein Haus zu heizen. 14 Tage lang schuftet er dafür täglich in seinen freien Stunden im Wald. Zwar haben auch die Holzpreise angezogen, der Rohstoff sei jedoch immer noch günstiger als die übrigen Energieträger, „wenn man die Arbeit nicht mitrechnet“, sagt der Sattenhäuser.

Bei eigener Arbeit: 25 Euro je Raummeter

Wer seinen Baum selbst fällt, aus dem Wald schleppt, entastet und zersägt, zahlt rund 25 Euro je Raummeter. Wer den Wegrand-Service nutze, komme etwa auf 40 Euro (55 bis 60 Euro je Festmeter), berichtet Henning Freiesleben, Leiter der Revierförsterei Reinhausen. Mit dem neuen Service soll es für Kunden einfacher werden, sich mit Brennholz zu versorgen. „In Reinhausen haben wir das auch schon vorher angeboten“, sagt Freiesleben. Der Service richte sich unter anderem an Brennholzwerber, die einen Baum nicht selbst fällen und aus dem Wald transportieren möchten: „Den Gymnasiallehrer aus Geismar beispielsweise“, sagt Freiesleben. Ein weiterer Aspekt sei der Umweltschutz: „Wir möchten die Menschen aus dem Wald heraushalten, um die Flächen zu schonen.“

Jeder Vierte heizt bereits mit Holz  
Bundesweit ist die Nachfrage nach Brennholz massiv gestiegen. Nach Untersuchungen der Universität Hamburg ist der Holzverbrauch in privaten Haushalten innerhalb von neun Jahren von elf auf 34 Millionen Kubikmeter geklettert, teilte die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher in Berlin mit. Mehr als jeder vierte deutsche Haushalt nutze Scheitholz, Hackschnitzel oder Holzpellets zum Heizen.
Auch eine deutliche Preissteigerung sei zu beobachten. Die Arbeitsgemeinschaft zitiert das Statistische Bundesamt: Seit 2005 habe sich Energieholz um knapp 90 Prozent verteuert. Im Bundesdurchschnitt koste der Raummeter Brennholz rund 39 Euro.
Allein in den Niedersächsischen Landesforsten werden jährlich 2,4 Millionen Kubikmeter Holz, davon 250 000 Kubikmeter Brennholz, geerntet. Rund 20 000 Kubikmeter Brennholz kommen nach Auskunft von Michael Rudolph, Pressesprecher für den Bereich Niedersachsen-Süd, aus den staatlichen Forstämtern Reinhausen und Münden. Die Gesamtmenge sei nicht zu steigern: Das Holz stamme aus „naturnah und nachhaltig bewirtschafteten Wäldern. Es gilt das ökologische Waldbauprogramm Löwe (langfristig ökologische Waldentwicklung)“, so Rudolph. 2,8 Millionen Festmeter Holz wachsen jährlich in den Staatsforsten nach. Die Menge der vermarkteten Bäume muss laut Löwe darunter liegen, damit Waldflächen nicht abgebaut werden.
Wer sich in Absprache mit  den Forstämtern aus den Wäldern rund um Reinhausen oder bei Hann. Münden Holz holt, muss durch Teilnahme an einem Motorsägekursus seine Qualifikation nachweisen. Außerdem gebe es Bekleidungsvorschriften, sagt Henning Freiesleben: Hose und Schuhe mit Schnittschutz, Helm und Handschuhe gehörten unbedingt zur Ausstattung eines Brennholzwerbers. Zudem mindestens ein Mitstreiter für die harte Arbeit im Wald. Freiesleben: „Alleinarbeit ist verboten!“
 

Informationen über Brennholz aus dem Forstamt Reinhausen unter Telefon 0 55 92 / 9 06 20.

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Gemütlichkeit eines Ofens

Brennholz wird teuerer. Bis zu 100 Euro soll der Schüttraummeter in Ballungsgebieten wie Hannover bei einigen Anbietern kosten, war vor wenigen Tagen zu lesen. Wie sieht das im Eichsfeld aus? In einer Umfrage in der Duderstädter Fußgängerzone stellt sich heraus: Vor allem die Gemütlichkeit eines Kaminfeuers wird geschätzt – trotz der steigenden Brennholzpreise.

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