Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Gewitter

Navigation:
Verdi: Vorwürfe gegen Asklepios

„Massive Zweifel“ Verdi: Vorwürfe gegen Asklepios

Die Gewerkschaft Verdi hegt „massive Zweifel“, dass der Asklepios-Konzern in seinen Kliniken in Göttingen und Tiefenbrunn die vorgeschriebene Personalstärke einhält. Immer mehr Fachpersonal werde durch geringer qualifizierte Hilfskräfte ersetzt, heißt es in einer Presseerklärung der Gewerkschaft.

Voriger Artikel
Schüsse in Göttinger Polizeidirektion: Polizisten ist kein Vorwurf zu machen
Nächster Artikel
Gesamtschulen im Landkreis Göttingen lehnen 190 Kinder ab
Quelle: Hinzmann

Göttingen. Verdi-Fachfrau Julia Niekamp: „Bereits seit 2012 mahnen Betriebsrat und Verdi die Erfüllung von Personalvorgaben an.“

Um die Einhaltung der Personalvorgaben und anderer Auflagen aus dem Kaufvertrag mit dem Land Niedersachsen „verlässlich“ prüfen zu können, hat die Gewerkschaft die niedersächsische Landesregierung aufgefordert, gegenüber dem Betriebsrat und Verdi „den Kaufvertrag vollständig offenzulegen“.

Außerdem will Verdi von Asklepios wissen, „ob es stimmt, dass ein Personalabbau von jetzt etwa 11 00 tariflich Beschäftigten auf unter 750 geplant ist. Ob es stimmt, dass zeitnah bereits ein Abbau von 150 Stellen ansteht.“

Allgemein werde „derzeit fast ausschließlich befristet eingestellt“ erklärt Niekamp: „Immer wieder werden offenbar befristete Arbeitsverträge trotz anderslautender mündlicher Zusagen dann plötzlich nicht verlängert.“

Um ihre Forderung nach Offenlegung des Kaufvertrages zu unterstützen, hat die Gewerkschaft zudem eine Unterschriftenaktion gestartet.

„Ein politischer Fehler“

Asklepios-Sprecher Rudi Schmidt weist die Angaben von Verdi zurück: „Die Behauptungen von Verdi sind aus unserer Sicht offenkundig frei erfunden, denn einerseits sind die genannten Zahlen falsch, und andererseits plant Asklepios, langfristig in den Psychiatrien das Fachpersonal durchschnittlich um bis zu zwei Prozent pro Jahr zu erhöhen.“

Unterdessen nimmt auch der Göttinger Grünen-Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin Stellung zu Asklepios: „Es ist ein seltsames Vorgehen, wenn Asklepios versucht, unliebsame Berichterstattung über die Asklepios-Kliniken Göttingen mit fragwürdigen Mitteln zu verhindern. Dies nährt Zweifel, ob nicht die von Mitarbeitern und Patienten erhobenen Vorwürfe zutreffend sind.“

Jetzt müsse geklärt werden, ob sich Asklepios an alle Bedingungen gehalten habe. Trittin weiter: „Der 2007 erfolgte Verkauf und die Privatisierung der Landeskrankenhäuser waren von Anfang an ein politischer Fehler.“

Schwarz-Gelb hat die Kliniken „verscherbelt“ und „handwerkliche Fehler auch zu Lasten der Qualitätsstandards in der Patientenversorgung gemacht“.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Verstoß provoziert
GT-Geschäftsstelle: Hier wurden Tageblatt-Mitarbeiterinnen zu einem Verstoß gegen das Verbreitungsverbot verleitet.

Der Asklepios-Konzern versucht weiterhin, gegen die mittlerweile zahlreichen Berichte über Missstände in den beiden Asklepios-Kliniken in Göttingen und Tiefenbrunn vorzugehen. Dabei schreckt die Leitung des Klinikkonzerns scheinbar auch vor eher faulen Tricks nicht zurück.

mehr
Anzeigenspezial
Bilder der Woche 6. bis 12. Januar
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt