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Vereinskasse leer: War es Vorsitzender oder Kassierer?

4800 Euro ohne Quittung ausgezahlt Vereinskasse leer: War es Vorsitzender oder Kassierer?

Die Vereinskasse ist leer. Soviel ist gewiss. Ein kleiner Verein aus einem Göttinger Stadtteil steckt in der Krise. Wer dafür verantwortlich ist, das beschäftigt Polizei, Staatsanwaltschaft und inzwischen auch schon das Oberlandesgericht (OLG) Braunschweig. Dort wird darum gestritten, ob der Kassenwart weiter behaupten darf, der Vorsitzende sei schuld.

Im Visier der Ermittler stehen sowohl der Chef als auch der Kassierer des Vereins, der sich vornehmlich dem Schießsport widmet. Der eine will dem anderen in zwei Chargen zusammen gut 4800 Euro vom Vereinskonto gegeben haben – ohne Quittung. Als er es zurück verlangte, soll der andere gesagt haben, er sei ohnehin pleite, er werde nicht zahlen.

Im Oktober offenbarte der Kassierer das Loch in der Vereinskasse dem restlichen Vorstand. Darauf erstattete der stellvertretende Vorsitzende Strafanzeige wegen des Verdachts der Untreue. Polizei und Staatsanwalt führen sowohl den Kassierer als auch den Vorsitzenden als Beschuldigte, denn das Geld fehlt beim Kassierer, und der Vorsitzende bestreitet, es erhalten zu haben. Allerdings soll er in seinen Aussagen mal behauptet haben, es nie erhalten, dann wieder, es teils zurück gezahlt zu haben.

Grundstück für einen Euro

Vor dem Landgericht hat der Vereinschef aber immerhin durchsetzen können, dass dem Kassierer verboten wurde, weiter zu behaupten, das Geld sei bei ihm gelandet. Dagegen wiederum hat der Kassenwart Einspruch erhoben. Der Fall hängt seit dem 5. Januar in zweiter Instanz beim OLG.

Schließlich geht es um noch eine – eigentlich viel pikantere – Untreu. Der kleine Verein hat 2005 zwei Grundstücke (zusammen gerade einmal 45 Quadratmeter) verkauft und dafür laut notariellem Kaufvertrag lediglich den symbolischen Preis von je einem Euro verlangt. Jetzt gehen Polizei und Staatsanwaltschaft dem Verdacht nach, dass in Wahrheit noch eine Spende des Käufers an den Verein geflossen sei: 2000 Euro. Der Käufer hat angegeben, so eines der Ermittlungsergebnisse, diese Summe dem Vorsitzenden bar übergeben zu haben – ohne Quittung. Aber auch dieses Geld taucht nirgendwo in den Vereinsbüchern auf. Auch in diesem Fall hat der Vorsitzende eine einstweilige Anordnung erwirkt: Der Käufer darf nicht weiter behaupten, er habe eine entsprechende Summe gespendet.

In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung hat der verbliebene Vorstand seinen Mitgliedern bereits die leere Kasse gebeichtet. Am 30. Januar ist die Hauptversammlung. An einer Entlastung für Vorsitzenden und Kassierer darf gezweifelt werden.

ck

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