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Verloren und vergessen: Ein Blick ins städtische Fundbüro

Saxophon, Grasfangkorb und Langlaufskier Verloren und vergessen: Ein Blick ins städtische Fundbüro

Erich Hennecke wundert sich über nichts mehr, was die Menschen so alles verlieren oder vergessen. „Vom Autokennzeichen bis zur Zahnbürste“ reichen die kuriosen Dinge, die er im Laufe seiner zehnjährigen Dienstzeit im städtischen Fundbüro schon gesehen hat. Der 63-Jährige erinnert sich sogar an einen präparierten Alligator, den vor einigen Jahren jemand zum Fundbüro brachte. Das sei indes schon sehr ungewöhnlich gewesen, sagt er.

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Tüten, Taschen, TV-Gerät und Tenor-Saxophon: Erich Hennecke mit Fundstücken im Lager des städtischen Fundbüros Göttingen.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Doch auch in diesem Jahr landeten schon allerlei seltsame Stücke im Fundbüro, bei denen man sich fragen mag, warum der Verlust vom Eigentümer unbemerkt bleibt. Zum Beispiel Rollatoren, Rollstühle oder Kinderkarren – „ohne Inhalt“, ergänzt der Fundbüro-Mann und lacht. Kinderwagen hat Hennecke zurzeit mehrere Modelle im Sortiment. Auch scheint bisher niemand das gebrauchte Paar Langlaufskier zu vermissen, das im Juni beim Kaufpark gefunden wurde.

Es sind auch nicht immer nur gebrauchte Dinge, die von Findern oder aber Polizei, Göttinger Verkehrsbetrieben und Geschäftsleuten abgegeben werden. Nagelneu und original verpackt sind zum Beispiel der 26-Zoll-Flachbildschirm oder die Akku-Gras- und Heckenschere. „Das ist ein gewisses Phlegma, das die Leute an den Tag legen“, kommentiert Hennecke. Eine weitere Erklärung wäre in seinen Augen, „dass viele Menschen gar nicht wissen, dass es ein Fundbüro gibt“.

Erich Hennecke wundert sich über nichts mehr, was die Menschen so alles verlieren oder vergessen. „Vom Autokennzeichen bis zur Zahnbürste“ reichen die kuriosen Dinge, die er im Laufe seiner zehnjährigen Dienstzeit im städtischen Fundbüro schon gesehen hat.

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Vielleicht auch jene Musikanten, denen auf welche Art und Weise auch immer folgende Instrumente abhanden kamen und die nun mit gelben Fundzetteln und Nummern versehen gelagert werden: eine Melodica-Harmonica (im Februar von den Verkehrsbetrieben abgegeben), ein Tenor-Saxophon (im Mai in einem Keller in der Leibnizstraße gefunden) oder eine blaue Gitarre (im Oktober in der Innenstadt liegengeblieben).

Im Regal im Fundbüro liegt außerdem ein weißes Modellflugzeug, das im Oktober auf dem Dach der Kita St. Martin gelandet ist. Gleich daneben liegt ein Grasfangkorb, den sein Besitzer im September an der Bushaltestelle Kaufpark vergessen und seither offenbar nicht vermisst hat. Ebenso verwunderlich ist jener Fund, der Anfang Oktober auf der Göttinger Wallanlage gemacht wurde – eine komplett bestückte Tasche mit Friseurutensilien.

Solch ein Set aus Ledertasche, Kämmen, Spezialscheren und Clips, so hat Hennecke recherchiert, koste neu „um die 300 Euro“. Und während sich der 63-Jährige noch wundert, dass das Handwerkszeug nicht abgeholt wird, zeigt er eine Uhr, die im Oktober Am Kalten Born verloren wurde: eine Bayern-München-Fan-Uhr. Hennecke: „Die würde ich auch nicht wiederhaben wollen.“

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