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Viele Kranke in Göttinger Kreisverwaltung

Statistik Viele Kranke in Göttinger Kreisverwaltung

Macht die Arbeit in der Göttinger Kreisverwaltung krank? Zumindest fallen die Beschäftigten dort deutlich häufiger und länger krankheitsbedingt aus als Mitarbeiter in anderen Kreisverwaltungen. Und sie fehlen fast doppelt so häufig und lang wie in der Göttinger Stadtverwaltung nebenan.

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Hoher Krankenstand im Kreishaus: Damit liegt der Landkreis landesweit weit vorn.

Quelle: Pförtner

2009 war jeder Mitarbeiter im Kreishaus durchschnittlich an 21,5 Kalendertagen unpässlich. Mit einem Krankenstand von 5,9 Prozent bezogen auf alle Mitarbeiter belegt der Kreis Göttingen neben der Region Hannover damit einen Spitzenplatz unter den Landkreisen, die nach Kalendertagen zählen. Das geht aus einer Statistik des Steuerzahlerbundes für Niedersachsen und Bremen hervor. Die Göttinger Stadtverwaltung kommt erheblich besser weg: Mit einem Krankenstand von 3,6 Prozent oder 13,2 Kalendertagen lag sie 2009 im unteren Viertel der Städte und Gemeinden.

Zum Vergleich: Unter den Landkreisen führte im Jahr 2009 die Region Hannover die Liste mit 24,1 Kalendertagen (6,6 Prozent) an. Friesland hat bezogen auf alle Mitarbeiter einen Durchschnittswert von gerade mal 8,1 Krankheitstagen (2,2 Prozent) gemeldet. Spitzenreiter unter den Städten und Gemeinden ist die Stadt Uelzen mit 21,5 Kalendertagen (5,9 Prozent). Wedemark liegt in dieser Gruppe mit 3,3 Tagen (0,9 Prozent) an der untersten Position.

René Quante vom Steuerzahlerbund räumt ein, dass die Vergleichsstatistik Mängel hat. Aber sie lasse Tendenz erkennen. Zum einen hätten nicht alle Städte, Gemeinden und Kommunen auf die Anfrage des Verbandes geantwortet oder verwertbare Daten geliefert. Zum anderen kritisiert der Experte für öffentliche Verschwendungen, dass die Kommunen ihre Statistiken zum Krankenstand trotz mehrfacher Aufforderung nicht nach einheitlichen Kriterien führen würden. Zwei Beispiele: Manche listen Fehltage nach Arbeitstagen auf, andere nach Kalendertagen. Kuren und Mutterschutz würden unterschiedlich bewertet.

Abgefragt hatte der Bund der Steuerzahler die Krankenstände in den Jahren 2008 und 2009. Weil der Landkreis Göttingen von Arbeits- auf Kalendertagen umgestellt hat, ist ein Vergleich also schwierig. Anders sieht es bei der Göttinger Stadtverwaltung aus. Hier zeigt sich eine leichte Verschlechterung von 10,9 durchschnittlichen Krankheitstagen im Jahr 2008 auf 13,2 im Folgejahr.

Die Statistik bestätigt auch eine weit verbreitete Annahme: Beamte leben gesünder als Angestellte und Arbeiter im öffentlichen Dienst. In der Stadtverwaltung waren die Beamten 2009 im Schnitt an zehn Kalendertagen krank, die Tarifbeschäftigten an 14,2 Tagen. In der Göttinger Kreisverwaltung konnten die Beamten an 19,8 Kalendertagen nicht arbeiten, ihre angestellten Kollegen an 22,2 Tagen. Diese Beobachtung kann allerdings schnell zu falschen Schlüssen führen: In die Gruppe der Tarifbeschäftigten fallen auch Hausmeister, Reinigungskräfte, Gärtner und Kindergärtnerinnen, die durch ihre körperlich schwerere Arbeit eher einmal ausfallen.

Auf die Frage des Steuerzahlerbundes nach den Gründen für hohe Krankenstände verwiesen die Kommunen häufig auf eine Überalterung ihrer Mitarbeiterschaft und eine zunehmende Arbeitsverdichtung. Teilweise hätten auch mehr oder minder große Gruppen von Langzeitkranken die Durchschnitte in die Höhe getrieben. Göttingens Landrat Reinhard Schermann (CDU) hat auf eine Anfrage des Tageblattes am Freitag bisher keine Stellungnahme zum hohen Krankenstand in seiner Verwaltung abgegeben.

Von Ulrich Schubert

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