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Volkshochschule Hermann-Schierwater-Haus?

Wochenendkolumne Volkshochschule Hermann-Schierwater-Haus?

Er war zwölf Jahre Oberstadtdirektor von Göttingen und er war über fast 30 Jahre mein Freund. Für einen Journalisten ist es bekanntlich schwierig, die Distanz zu einem Politiker aufzugeben.

Mit Hermann Schierwater, der jetzt überraschend mit erst 67 Jahren gestorben ist, hatte ich diese Schwierigkeit nie. Er war ein Mensch, für den Distanz trotz Nähe kein Problem bedeutete. Wenn ich ihn mit einem Satz beschreiben sollte, würde ich sagen, er war ein aufrechter Mensch – und das nicht nur im übertragenen Sinne.

Die Würdigung seiner Person während der Trauerfeier vergangenen Sonnabend – das waren drei sehr berührende Reden, die sich inhaltlich wunderbar ergänzten und ein Bild des Mannes zeichneten, der Göttingen stark geprägt hat. Er unterstützte die Idee, des Otto-Hahn-Zentrums samt mittlerweile florierender Lokhalle, Hotelgebäude, Medienzentrum und Volkshochschule zu entwickeln. Weshalb hier der Vorschlag seines Freundes und Anwaltes Christoph Lehmann durchaus noch einmal in die öffentliche Diskussion gegeben werden sollte: Das Gebäude der Göttinger Volkshochschule, das es ohne sein Engagement nicht gegeben hätte, nach Hermann Schierwater zu benennen.

Wer wissen möchte, was dieser Sozialdemokrat aus Überzeugung noch alles für Göttingen getan hat, dem sei die Rede von Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) empfohlen, die wir ab heute im Internet veröffentlichen. Auch Meyer verband eine lange kollegiale und freundschaftliche Beziehung mit dem Mann, auf dessen Sessel er heute (und das nicht im übertragenen Sinne) im Neuen Rathaus sitzt.

Wie heißt es so schön in solchen traurigen Momenten: Das Leben geht weiter – und zwar sofort. Das haben wir auch vor 20 Jahren so erlebt, als die Wiedervereinigung Deutschlands Wirklichkeit wurde und wir mit dem 3. Oktober einen bleibenden bundesweiten Gedenktag installiert haben. An die etwas wilde Zeit nach der Grenzöffnung, vor allem das erste Jahr zwischen 1989 und 1990, erinnert sich heute in dieser Ausgabe auch unser Kollege Stefan Koch aus dem Eichsfeld, der als junger Journalist dort im Ostteil des Eichsfeldes seine ersten schreiberischen und politisch-prägenden Erlebnisse hatte. Die Redaktion des Göttinger Tageblattes hat – daran sei hier noch einmal erinnert – bereits vor einem Jahr mit „Wiedervereinigung im Eichsfeld 1989 - 1990“ genau diese Erinnerungen in einem Film zusammengetragen. Zum 3. Oktober, 20 Jahre danach nun, gibt es eine Reihe von interessanten Veranstaltungen – unter anderem im Deutschen Theater morgen um 20 Uhr eine „Deutschland-Revue von Heinz-Ludwig Arnold“ als Festakt mit Festredner Joachim Gauck.

Daneben und drumherum sei nicht vergessen: Wir feiern auch das Erntedankfest – mit Blick auf das Wetter vielleicht eher etwas trübsinniger als in anderen Jahren. Wir erleben das traditionelle Bihunsuppenfest, Kirmes in Jühnde und Lödingsen. In Göttingen findet eine Gitarren-
nacht statt. In der Pädagogischen Hochschule tritt Katja Ebstein auf (doch, doch die gibt es wirklich noch immer). Und in der Geiststraße lädt man zum Abschluss der Tanz-Kulturwoche – mit einem Tanzkonzert zum Mitmachen für Kinder ab 4 Jahren.

Damit die kommende Woche nicht zu ruhig beginnen möge: Montag ist Gildewahl, „das“ Traditionsfest der Handwerkerschaft in Göttingen – samt dem nur einmal im Jahr in den Bäckereien zu kaufenden leckeren Speckkuchen.

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