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Vom Bürgerstifter zum Kinder-Clown im Ehrenamt

Tageblatt-Interview mit Peter Cordes Vom Bürgerstifter zum Kinder-Clown im Ehrenamt

Anfang Dezember verabschiedet sich Peter Cordes als Gründer und langjähriger Vorsitzender der Göttinger Tafel. Über Erreichtes und Erhofftes sprach mit dem engagierten Augenarzt Katharina Klocke.

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1994 waren Sie Initiator der Göttinger Tafel. Was waren die Motive für ihr soziales Engagement?
Peter Cordes: Das war Dankbarkeit für das Wohlergehen der Familie: Für mich ist Ehrenamt selbstverständlich in einer Demokratie.

1997 ging aus der Tafel die Bürgerstiftung Göttingen hervor. Warum brauchte die Stadt eine solche Einrichtung?
In Göttingen haben wir die zweite deutsche Bürgerstiftung eingerichtet. Es war einfach an der Zeit, weil es in der Stadt schon 1997 Kinderarmut gab.

War die Stiftungsstruktur die richtige oder würden Sie heute etwas anders machen?
Wie Sie an der Entwicklung des Stiftungswesens ersehen, war offenbar alles richtig. Wir haben Unterstiftungen und zahlreiche Projekte angeschoben, unter anderem Kinder- und Jugendpreise initiiert, Projekte zur Kinderarmut, zur Leseförderung und zu einer gesunden Ernährung aufgebaut, Theaterpatenschaften sowie die Aktionen Zeit für ein Kind, Zeit für einen Jugendlichen ins Leben gerufen. Nachzulesen ist das auf unserer Internetseite www.buergerstiftung-goettingen.de.

Ist Ihnen eines der Projekte besonders wichtig?
Wichtig sind mir alle gleichermaßen.

Wie vereinbaren Sie ihren Berufsalltag als Augenarzt mit Ehrenämtern?
Dank eines Super-Partners – meiner Ehefrau – und einer guten, täglichen Logistik nach dem Motto „Tue keinen Schritt umsonst“ gelingt das ganz gut. Das Wichtigste, das Allerwichtigste überhaupt bei sozialem Engagement sind die Mitstreiter. Ideen haben und umsetzen ist die eine Seite der Medaille, sie weiterzuführen und durchzuhalten klappt nur, wenn Strukturen aufgebaut werden können und erhalten werden

Gibt es etwas, was Sie als Vorstandsvorsitzender noch realisieren wollten und bislang nicht geschafft haben?
Ich hätte gern noch die Stipendiateninitiative für Schüler gestartet, die zur Zeit vorbereitet wird. Dahinter steckt die Idee, Kindern und Jugendlichen Weiterbildung zu ermöglichen. Die Stiftung könnte etwa über die Lehrer monatlich einen bestimmten Betrag zur Verfügung stellen, mit dem Bücher, Software oder andere Medien angeschafft werden können.

Warum wollen Sie sich jetzt aus dem Vorstand der Bürgerstiftung verabschieden?
Alles hat seine Zeit - nach zwölf Jahren ist ein Wechsel sicher gut für die Stiftung.

Verliert Göttingen einen ehrenamtlichen Streiter oder setzen Sie Ihre soziale Arbeit fort?
Ja, etwa beim Projekt „Klinik-Clown“ mit der ESG, bei dem kranke Kinder Besuch von Clowns bekommen. Ich habe parallel zum Beruf und zur Arbeit für die Bürgerstiftung eine zweijährige Clownsausbildung abgeschlossen. Das ist auch die Basis für ein neues Projekt, das ich mit der Bürgerstiftung im nächsten Jahr beginnen will: Clowns in Kindertagesstätten, die spielerisch Tipps zur besseren Ernährung geben. Außerdem beteilige ich mich weiterhin an der wöchentlichen Vorleseinitiative in der Kinderklinik, die ich im Zuge des Bürgerstiftungsprogramms „Fitte Kids“ initiiert habe.

Wollen Sie Ihrem Nachfolger noch etwas mit auf den Weg geben?
Er möge viel Freude an der Arbeit in der Bürgerstiftung und viel, viel Geld für die Ziele der Stiftung aufbringen!

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