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Von 164 Georgiern 85 kriminell

Lager Friedland Von 164 Georgiern 85 kriminell

„Keiner kommt grundlos“, „nicht alle georgischen Asylbewerber sind kriminell“ und „man darf nicht alle über einen Kamm scheren“. Drei der Bemerkungen, mit denen in der Ratssitzung zur Situation im Grenzdurchgangslager Friedland Fachleute versuchten, Emotionen und Vorurteile gegen Bewohner der Asylbewerber-Einrichtung einzudämmen.

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Lager Friedland

Quelle: Pförtner

Friedland . Betont sachlich informierten der Leiter des Grenzdurchgangslagers (GDL), Heinrich Hörnschemeyer, der Chef der Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Detlef Schütte, und der Leiter der Polizeistation Groß Schneen,  Jürgen Don. Und auch Gemeindebürgermeister Andreas Friedrichs (SPD) betonte, dass bei der hohen Zahl an Flüchtlingen, die in Friedland vorübergehend untergebracht sind, die Zahl der Kriminellen gering sei und dass die einzig von georgischen Asylbewerbern begangenen Taten von allen Behörden bis hin zu Innen- und Justizminister ernst genommen und mit Rücksicht auf die Bedeutung Friedlands angemessen reagiert worden sei.

Die Fakten aber sind diese: Von den 164 georgischen Asylbewerbern, die seit Mai in Friedland aufgenommen wurden, sind 85 als Tatverdächtige von Eigentums- oder anderen Delikten erwischt worden – mehr als jeder zweite. Ihnen werden knapp 200 Straftaten zugerechnet. Verdächtige anderer Nationalität wurden unter den seit Jahresanfang aufgenommenen 1800 Asylbewerbern bisher nicht ermittelt.

Schütte sagt es so: „Nicht jeder Georgier ist kriminell, aber die festgestellten Straftaten wurden ausschließlich von Georgiern ausgeübt, die sich im Asylverfahren befindent.“ Er betont, dass es sich nicht um Menschen handele, die „ins Land geholt“ werden, sondern um solche, die illegal einreisen und das Asylrecht missbrauchen. Kein einziger der Georgier habe bisher erfolgreich Asyl beanspruchen können. Das sei nach dem Wahlsieg der Opposition in Georgien auch künftig nicht zu erwarten.

Das BAMF habe auf die Straftaten damit reagiert, dass Asylverfahren für Georgier vorrangig bearbeitet werden, um die Verweildauer so kurz wie möglich  zu halten. Außerdem werden georgische Asylbewerber nun auf mehr Aufnahmelager verteilt.

Die Folge erläuterte Hörnschemeyer: Derzeit sind nur noch 31 Georgier im Lager, der Zugang nehme ab. Im August kamen noch 48 Neue, im Oktober 28 und aktuell im November noch gar keiner. Insgesamt habe Friedland neben den 1500 Spätaussiedlern seit Jahresbeginn 1800 Asylbewerber aufgenommen, mehr als erwartet. Derzeit leben 600 Menschen im GDL.

Dass die Zahl der Straftaten durch Georgier zurückgeht, hat auch Don festgestellt. In der vergangenen Woche seien nur noch fünf neue Taten registriert worden. Die Polizeistation in Groß Schneen sei vorübergehend personell verstärkt worden. Don hofft, dass es bis zum Jahresende dauerhafte Personalverstärkung gibt, denn dann sind jene 10 000 Euro verbraucht, die der Rat der Gemeinde für die Beschäftigung eines privaten Wachdienstes bewilligt hat.

Dieser Ratsbeschluss, so betonten Zuhörer und ließ auch die Inhaberin des Edeka-Marktes mitteilen, sei äußerst positiv aufgenommen worden. Man habe sich ernst genommen gefühlt. Gleichwohl klagten mehrere Zuhörer über abend- oder nächtliche Belästigungen aus dem Lager. Es gehe „wie auf dem Basar zu“. Don forderte auf, auch Ruhestörungen sofort der Polizei, notfalls unter Telefon 110, zu melden.

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Bewährung

Großen Beifall erwarb sich Ende Juli das Amtsgericht Münden, als es zwei Georgier ohne Bewährung für neun Monate hinter Gitter schickte. Nur eine Woche zuvor waren die beiden Bewohner des Grenzdurchgangslagers in Friedland in ein Wohnhaus in Hedemünden eingebrochen und hatten unter anderem Schmuck, Uhren, einen Laptop und eine Kamera erbeutet. Nach einer spektakulären Verfolgungsjagd waren sie festgenommen worden.

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