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Vor dem Dienst: Fünfmal 18 Etagen hochrennen

Härtester Feuerwehrmann Joachim Posanz Vor dem Dienst: Fünfmal 18 Etagen hochrennen

Er ist und bleibt der härteste Feuerwehrmann der Welt: Joachim Posanz hat zum zweiten Mal den Weltmeistertitel „Toughest Firefighter alive (TFA) geholt. Berufsfeuerwehrmänner wie Posanz gelten selten als Weicheier. Das, was beim TFA-Wettkampf gefordert wird, geht über ambitionierten Sport dennoch weit hinaus.

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So sehen Sieger aus: Posanz mit WM-Pokal aus Sydney.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Und: „Es wird von Mal zu Mal härter“, sagt Posanz. Nicht nur, weil er gerade seinen 40. Geburtstag gefeiert hat. Auch, weil die Konkurrenz immer größer wird und immer mehr Feuerwehrmänner aus aller Welt mörderisch trainieren, um ihm den Titel abzujagen. In diesem Jahr hat er seinen härtesten Konkurrenten, den erst 26-jährigen Brasilianer Alexandre Fernandes, abgehängt. Und damit er auch weiterhin die Nummer eins weltweit bleibt, dafür trainiert Posanz täglich wie ein Profisportler.

Vor Wettkämpfen gerne auch zwei Mal täglich. „Dann geht es in die Vollen“, sagt Posanz. Vor der Arbeit und nach der Arbeit. Oder manchmal in den Bereitschaftszeiten, die er statt vor dem Fernseher im Trainingsraum der Feuerwehr mit seinen Kollegen verbringt. Schließlich teilt er die Leidenschaft für den TFA mit einigen anderen Männern der Göttinger Berufsfeuerwehr. Auch Thomas Ziaja und Alexander Meyer waren bei der Weltmeisterschaft in Sydney erfolgreich am Start.

Wer fit wie Posanz sein möchte, muss eisenhart trainieren. © Kröger

Quelle:

Posanz hat einen Job, ein Haus, Freunde. Er ist verheiratet, hat zwei neun und elf Jahre alte Kinder.  Wie schafft man das alles? „Mit sehr, sehr viel Disziplin“, sagt er. Wenn er morgens von seinem Wohnort Badenhausen nach Göttingen in die Breslauer Straße zum Dienst fährt, steht vorher Training im Neuen Rathaus an. 6 Uhr, 16 Stockwerke – für Profis 18, wenn man im Keller anfängt, die Treppen hinauf zu rennen. 18 Stockwerke in voller Einsatzkleidung, die rund 25 Kilo wiegt. Und das so vier bis fünf Mal pro Trainingseinheit. Weniger trainierte junge Männer, die das versucht haben, mussten sich schon nach einem Durchgang übergeben. 

Muss man für diesen Sport also komplett verrückt sein? „Stimmt“, sagt der 40-Jährige  und lacht. Zu Hause trainiert er gemeinsam mit seiner Frau Andrea. 40 Minuten laufen – das gilt für seine Frau. Posanz zieht sich dann eine zwölf Kilo schwere Weste an. Alle fünf Minuten stoppt er für 30 Liegestütze, dann muss er seine Frau im Sprint einholen. „Sie ist dann mein Hase“, sagt der Mann in der Rolle des Igels.

Seine Familie ist gemeinsam mit ihm zur Weltmeisterschaft nach Australien gereist, ihr Anfeuern hat sich gelohnt. TFA, das ist für Posanz mehr als nur Extremsport, der ihm im Arbeitsalltag nützt. Die verrückten Feuerwehrmänner aus aller Welt treffen sich alle zwei Jahre beim Wettkampf, Freundschaften entstehen, sie alle teilen eine Leidenschaft. „Die Szene ist einfach toll“, schwärmt er. Und nach all der Schinderei stoßen selbst TFA-ler dann mal mit einem oder zwei Bier auf den Sieg an.

Bis Weihnachten trainiert der Weltmeister jetzt erst einmal nur 80 Prozent seines Pensums. Im neuen Jahr geht es dann wieder los mit dem Training am Limit. Denn: „Das ist eine Lebenseinstellung“.

Toughest Firefighter Alive
Der Wettkampf Toughest Firefighter alive (TFA) besteht aus vier Stationen. Dabei müssen die Sportler in Einsatzkleidung unter anderem 80-Kilo-Dummies tragen, Wände erklimmen, mit 15-Kilo-Gewichten rennen, Schläuche ziehen oder 15 Stockwerke hinauf rennen. Der TFA gilt als der Iron-Man der Einsatzkräfte.
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Extremsport
Foto: Ein Mann und seine Trophäe: Feuerwehrmann Joachim Posanz vor Sydneys Skyline.

Er ist der härteste Feuerwehrmann der Welt. Und das schon zum zweiten Mal: Joachim Posanz hat die Feuerwehrweltmeisterschaften in Australien gewonnen. Der 40-jährige Familienvater ist Berufsfeuerwehrmann in Göttingen.

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