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Im KuQua wird gebohrt

Vorbereitende Arbeiten Im KuQua wird gebohrt

Die ersten Bohrlöcher sind gebohrt, die ersten Betonpfähle sind gegossen. Im Kunstquartier haben am Montag die Arbeiten an einer sogenannten Bohrpfahlwand begonnen, die die Baugrube für das geplante Galeriehaus sichern soll.

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Quelle: Christoph Mischke

Göttingen. Wer zur Zeit im Süden oder Norden in die Düstere Straße einbiegt, wird von einem Brummen empfangen. Ganz leise erst, dann immer lauter werdend, bis es auf Höhe des künftigen Galeriegebäudes im Kunstquartier etwa die Lautstärke eines laufenden Lkw erreicht hat. Ein 244 PS starker Dieselmotor treibt das rund 60 Tonnen schwere Bohrgerät LB16-180 der Firma Liebherr an. Die Wände der Nachbarhäuser trichtern den Schall Richtung Düstere Straße.

Maschinenführer Enrico Ziemer hebt und senkt den Bohrkopf und dringt bis zu zehn Meter in den lehmigen Untergrund ein. Das sonore Dieselbrummen wird von Zeit durch eine Folge lauter Schläge unterbrochen. Immer dann wenn Ziemer den nach oben geförderten klebrigen Lehm vom Bohrer abschlägt. Ein Bagger verfrachtet das Bohrgut an den Rand des Bausfeldes. Gelegentlich Tag rollt ein Betonmischer an, um Beton für die Bohrlöcher anzuliefern. Es ist ganz schön was los auf der Baustelle.

Fast konstante 80 Dezibel zeigt das Messgerät beim normalen Bohrbetrieb. Kommt der Bagger hinzu sind es 82 bis 84 Dezibel. Auf bis zu 90 Dezibel schlägt das Messgerät aus, wenn Ziemer den nach oben geförderten Lehmboden abschlägt.

Ein Anwohner, seinen Namen will er nicht nennen, schaut interessiert zu. "Ja, es ist ein bisschen laut", sagt er. "Aber da gewöhnt man sich dran." Sein Nachbar pflichtet ihm bei. Beide wohnen direkt gegenüber der Baustelle. Nur wenn es die lauten Schläge gebe, erschrecke er sich von Zeit zu Zeit. "Aber ohne Baulärm geht es nicht", sagt er. Ob die Stadt das Kunstquartier braucht? "Ich weiß nicht. Ich brauche es nicht", lacht er.

Bislang, so berichtet Verwaltungssprecherin Nina Winter, seien bei der Stadt noch keine Beschwerden wegen der Bauarbeiten eingegangen. Weil die Bohrbeiten nur vier Wochen dauerten, gebe es keinen regelmäßigen Baustellentreff, bei dem Anwohner, Anregungen, Wünsche oder Beschwerden vortragen könnten.

"Während der verschiedenen kürzeren Maßnahmen, die vor der Grundsteinlegung nötig sind – Herstellung der Bohrpfahlwand, Sanierung des Giebels der Düsteren Straße 8 und archäologische Grabungen – können sich alle, die im Kunstquartier wohnen oder arbeiten, mit ihren Fragen an die von uns bereits im März mittels Postkarte und auch beim Anliegerstammtisch kommunizierte Nummer-gegen-Baustellen-Kummer 0551/400-2621 wenden", sagt Winter. Mit Beginn des eigentlichen Neubaus sei eine "dauerhafte Struktur mit Besprechungen" geplant.

Sowohl die Stadt als Bauherrin für das Galeriegebäude und Bauleiter Knut Fehrmann von der Firma Berger Grundbautechnik GmbH aus Dresden sind bislang zufrieden mit dem Verlauf der Arbeiten. Die Baustelle laufe gut und sei gut organisiert und aufgeräumt. "Bisher hat alles reibungslos funktioniert", sagt Winter.

Ähnlich sieht es Fehrmann. Nach den ersten drei Tagen werde nun versucht, in den Regelbetrieb zu kommen. Das bedeutet, pro Tag drei bis fünf Löcher zu bohren, zwei Mal am Tag wird Beton geliefert, alle zwei bis drei Tage soll der Boden abtransportiert werden, sagt Fehrmann. Die ersten der exakt 112 Bohrlöcher und Betonpfähle sind bereits gebohrt und gegossen.

Dadurch, dass das Baugrundstück mit 250 Quadratmetern recht klein sei, werde es von Zeit zu Zeit recht eng, wenn Bohrer, Bagger und Betonmischer gleichzeitig im Einsatz sind. Die Stadtverwaltung hatte angekündigt, dass die Bohrarbeiten täglich ab 7 Uhr beginnen und bis 20 Uhr laufen sollen. Fehrmann sagt, dass er und sein Team versuchen werden, die hintere zeitliche Grenze nicht ausschöpfen zu müssen.

Großes Lob spricht Fehrmann den beteiligten lokalen Firmen aus. "Das hat sich gut eingespielt", sagt er. Sie seien kompetent und arbeiteten ordentlich. Auch die vorangegangene Baugrunduntersuchung durch das Duderstädter Ingenieurbüro Gauglitz.

Nachdem die Wand steht, übernehmen zunächst die Archäologen wieder das Baufeld. Der weitere Zeitplan sieht dann vor, dass die Erdarbeiten für die fünf Meter tiefe Baugrube im September beginnen, der Rohbau dann im Oktober. Die Grundsteinlegung ist für November geplant, das Richtfest für Februar. Eröffnen soll die neue Galerie im dann im Oktober 2018.

 

Alle Infos zum Kunstquartier hat die Stadt im Internet zusammengetragen: kuqua.goettingen.de.

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