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Neue 15-Millionen-Euro-Kanalisation für Uniklinik fertiggestellt

Vorbereitung auf Klinik-Erweiterung mit neuen Bettenhäusern Neue 15-Millionen-Euro-Kanalisation für Uniklinik fertiggestellt

Es ist eines der größten Kanalbauprojekte der jüngeren Zeit, hat zusammen etwa 15,6 Millionen Euro gekostet und mit seinen Baustellen seit 2014 den Untergrund der Göttinger Nordstadt durchwühlt. Jetzt ist die neue Kanalisation für die Uni-Klinik bis auf Restarbeiten fertig - trotz einer Havarie.

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Fachleute musten die Ei-in-Ei-Rohre verkleben, bevor sie in die alten eingezogen wurden.

Quelle: Christina Hinzmann

Göttingen. 1200 Meter Rohre in sieben Meter Tiefe für Schmutzwasser, noch einmal 1,2 Kilometer Rohre in 13 Meter Tiefe für Regenwasser, mit gewaltigen Bohrern vorangetriebene Tunnel und ein Ei-in-Ei-Verfahren, um offene Baugruben zu vermeiden: Das sind die wesentlichen Parameter der neuen Kanalisation für die Uniklinik (UMG). Die wächst und will neue Bettenhäuser bauen. Schon lange hatte sich abgezeichnet, dass die alten Kanalisationen für Regen- und Grundwasser sowie Schmutzwasser aus Toiletten und Spülbecken dafür nicht mehr ausreichten.

Vor diesem Hintergrund hat die UMG in Eigenregie unterirdisch ganz neue Regenwasserkanäle eingezogen - vom Klinikum Richtung Westen unter das große Novelis-Firmengelände hindurch in den Entwässerungskanal des Güterverkehrszentrums. Von dort fließt das Wasser in die Lutter. Die Kosten allein für diesen Kanal: Elf Millionen Euro. Streckenweise wurde nach Angaben der UMG-Pressestelle ein 170 Tonnen schwerer Bohrkopf mit einem Durchmesser von 2,40 Metern eingesetzt.

Inzwischen habe der Kanal seine Arbeit erfolgreich aufgenommen, so ein Klinik-Sprecher. Die Göttinger Entsorgungsbetriebe (GEB) sollen den Regenwasserkanal später übernehmen - sie sind für die Kanalisation im öffentlichen Bereich zuständig. Den neuen Schmutzwasserkanal hat der städtische Betrieb im Auftrag der UMG gebaut: entlang an der Robert-Koch-Straße und Beyerstraße, unter Wohnhäuser hindurch bis zu einem Sammler westlich des Boieweges. Wirklich neu ist dabei nur der erste Abschnitt, im weiteren Verlauf hat die GEB veraltete städtischen Kanalrohre saniert. Auch hier wurden auf einer Strecke von etwa 550 Metern neue Kanal-Tunnel gebohrt, in den anderen Abschnitten aber auch neue Rohre in die alten eingezogen, erklärte die technische Betriebsleiterin Maren Reimann. Das Besondere dabei: Die eingezogenen Rohre haben das gleiche eiförmige, nach unten spitz zulaufende, Profil wie die alten. Dabei sorgt der verengte Wasserlauf dafür, dass Schmutz auch bei wenig Wasser weggespült wird.

Im August 2015 hat eine große Havarie die Arbeiten im Bereich der Robert-Koch-Straße gewaltig zurückgeworfen. Unerwartet mächtige Steinbrocken hatten einen Bohrkopf aus seiner Bahn gedrückt. Er steckte fest, musste aufwändig geborgen und ein neuer Tunnel mit größerem Bohrer vorangetrieben werden. „Danach lief alles glatt“, so Reimann.

Etwa 4,6 Millionen Euro wird dieses Kanalprojekt laut GEB kosten, rund drei Millionen Euro davon trägt die UMG für ihren neuen Anschluss. Dieser ist noch nicht in Betrieb, die öffentlichen Bereiche hingegen schon. Dort mussten auch die meisten Anlieger ihre Anschlüsse erneuern - ein übliches Verfahren bei Kanalsanierung.

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