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Piraten fordern Naturschutzgebiet

Nach Baumfällungen Piraten fordern Naturschutzgebiet

Nach Protest gegen Baumfällungen im Bereich des Ascherbergs am Göttinger Kiessee fordern die Piraten nun, den Bereich unter Naturschutz zu stellen. Die Göttinger Stadtverwaltung reagiert zurückhaltend.

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Die Piraten wollen das Wäldchen am Ascherberg unter Naturschutz stellen.

Quelle: afu

Göttingen. Im Frühjahr hatte die Stadtverwaltung „Gehölzpflegearbeiten“ in dem Wäldchen ausführen lassen. Die Vorgehensweise dabei hatte unter anderem der Arbeitskreis Göttinger Ornithologen scharf kritisiert. Verwaltungsmitarbeiter hätten „in diese Idylle Schneisen der Verwüstung geschlagen“. Aus Sicht des Natur- und Artenschutzes sei „die ganze Aktion überflüssig und von horrender Sinnlosigkeit“, hieß es. „Nichts hätte dagegen gesprochen, das Gebiet weiterhin in seinem urwüchsigen Zustand zu belassen.“ Zumal der Ascherberg „Heimat von bis zu 35 Brutvogelarten (…) mit knapp 100 Paaren auf ganzen dreieinhalb Hektar“ sei.

Die Verwaltung hatte verwundert auf die Kritik reagiert. „Wir haben mit unserer Maßnahme Belange der Verkehrssicherungspflicht, der Naherholung und vor allem des Vogelschutzes optimal miteinander verbunden“, sagte Verwaltungssprecher Detlef Johannson. Zudem seien der Arbeitskreis und die Öffentlichkeit zuvor über die mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmten Pläne informiert worden.

Vor einem Jahr war das Vogelparadies allerdings mutmaßlich vor einem Kahlschlag gerettet worden. Mitarbeiter des Stadtforstes standen schon mit Sägen bereit. Damals stoppte ein zufällig vorbeikommender Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde die Kollegen. Dass sich dort 35 Vogelarten tummeln, habe man schlichtweg nicht gewusst, räumte das Forstamt danach ein.

Diese Vorfälle nimmt der Kreisverband der Piratenpartei Göttingen nun zum Anlass für seinen Vorstoß. Demnach fordert dieser, „den betroffenen Waldbereich abzugrenzen und unter Naturschutz zu stellen“. Und Pirat Francisco Welter-Schultes ergänzt: „Das Bundesnaturschutzgesetz bietet hier eine Möglichkeit, das Waldgebiet westlich des Kiessees unter Naturschutz zu stellen - und zwar auch nachdem der Waldrand zerstört wurde. Ziel muss dann die Wiederherstellung einer Lebensgemeinschaft wild lebender Tier- und Pflanzenarten sein. Und genau das wollen wir.“ So habe er beobachtet, dass am Waldrand des Ascherbergs „keine Leuchtkäfer mehr fliegen“.

Stadtverwaltung reagiert zurückhaltend

Die Stadtverwaltung reagiert zurückhaltend auf die Forderung der Piraten. „Die Ausweisung eines Naturschutzgebietes ist mit hohen Erwartungen an den ökologischen Bestand verknüpft“, teilte Sprecher Johannson mit. „Der muss schon von herausragender Bedeutung sein. Ob das hier der Fall ist, können wir nicht sagen, weil das bislang unter diesem Aspekt noch nicht untersucht worden ist.“

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