Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Schneeregen

Navigation:
Waldbühne: Märchen-Ensemble spielt nicht mehr

Göttinger Volkstheater hört nach 46 Jahren auf Waldbühne: Märchen-Ensemble spielt nicht mehr

Eine Ära geht zu Ende: Am Sonntag, 9. September, spielt das Göttinger Volkstheater zum letzten Mal auf der Waldbühne Bremke.

Voriger Artikel
Ernte in Groß Ellershausen, Feste in Güntersen und Reinhausen
Nächster Artikel
Zukunft weiter unsicher

Letzte Vorstellung: Mit dem Zwerg im Märchenstück „Schneeweißchen und Rosenrot“ legt sich auch das Volkstheater zu Ruhe.

Quelle: CH

Bremke. 46 Jahre lang hat das Ensemble in jedem Sommer Grimm‘sche Märchen auf die idyllische Freiluftbühne gebracht und vor allem Kinder mit Witz und Spannung in den Bann gezogen. Davor hatten bereits die „Märchenfreunde Bremke“ die selbst gebaute Bühne belebt. Zum ersten Mal seit Ende des Zweiten Weltkrieges wird es im nächsten Jahr kein klassisches Märchenstück auf der Waldbühne geben. „Wir stellen den Spielbetrieb ein“, bestätigte am Donnerstag Theaterleiter Helmut Schwendtke.

Seit Jahrzehnten gehören die Märchenstücke des Volkstheaters zur Bremker Waldbühne wie ihre steil aufragende Fels-Kulisse am Ortsrand. Von Mai bis September führt das Ensemble aus Kindern und Erwachsenen an fast jedem Sonntag Märchenstücke auf – in jeder Saison ein anderes. Die Märchenfestspiele sind längst über die Region hinaus bekannt, einige wurden auch im Fernsehen übertragen.

Die Arbeit zunehmend erschwert

Sinkende Besucherzahlen, schwindende Einnahmen und vor allem Nachwuchsprobleme hätten die Arbeit aber zunehmend erschwert, sagt Schwendtke – „auch zu Lasten der Spielqualität“. Alle Akteure arbeiteten ehrenamtlich. Durch zunehmende Wochenendarbeit und ein geändertes Freizeitverhalten sei das Ensemble auf 14 Mitglieder geschrumpft. Um jede Rolle ausreichend besetzen und die Arbeiten hinter den Kulissen tragbar aufteilen zu können, „brauchen wir aber um die 40 Aktive“.

Zudem habe es immer mehr Differenzen zwischen dem Bühnenverein und dem Volkstheater gegeben. Um die Anlage auch für andere Zielgruppen und Veranstaltungen attraktiver zu machen, seien mehrere Bereiche vom Trägerverein ohne Rücksprache umgestaltet worden. Die Waldbühne sei damit „nicht mehr kindgerecht“, klagt Schwendtke. „Kinder aber sind unsere wichtigsten Zuschauer“.

"Vor den Kopf gestoßen"

Der Vorsitzende des Trägervereins, Eberhard Junge, sieht sich von der Ankündigung „vor den Kopf gestoßen“. Wenn das Volkstheater tatsächlich aufhöre, sei das „natürlich sehr schade“. Auch Bremkes Ortsbürgermeister Bernd Casper (SPD) ist überrascht: „Das wäre ein großer Verlust für Bremke, die ganze Region und auch für die Europäische Märchenstraße“.

Mit dem Stück „Schneeweißchen und Rosenrot“ beendet das Volkstheater am Sonntag, 9. September, seine Ära. Beginn ist um 15 Uhr.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Aufführungen von „Rapunzel“
Naturkulisse für Grimmsches Märchen: Auf der Waldbühne Bremke ist „Rapunzel“ zu sehen.

Märchenaufführungen auf der idyllisch am Bremker Dorfrand gelegenen Waldbühne gibt es schon seit 1949. Jedes Jahr werden in der Sommersaison Märchen der Brüder Grimm dargeboten – zuletzt vom Göttinger Volkstheater. Das löste sich jedoch im vergangenen Jahr auf. Doch es geht trotzdem weiter auf der Waldbühne

mehr
Anzeigenspezial
Die Bilder der Woche vom 2. bis 8. Dezember
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt